Mitte

Mittelfeld. Mittelklasse. Mitläufer. Mitten drin statt nur dabei. Mitten im Leben. Mittwoch. Berlin Mitte. Mitten unter Menschen und doch allein. Mittelmaß. Das Maß ist voll. Nicht halb leer, nicht halb voll. Es ist voll. Keine Mitte. Nur entweder oder. Sekt oder Selters. Mal ist man der Baum, mal der Hund. Man frisst oder … man kotzt. Unser Leben eine Rasierklinge auf der wir versuchen barfuss zu balancieren. Wir suchen den Mittelweg. Ich suche den Mittelweg. Nicht die rechte Straßenseite und auch nicht die Linke. Mitten drauf auf der Hauptstraße. Augen zu und losrennen. Der Mittelstreifen eben. Leistung heißt, sich immer am Limit zu bewegen, den Masterplan dabei im Kopf haben, aber keinen Plan B oder C als Reserve in der Hosentasche. Entweder oder eben. Hart am Limit heißt, seine Grenzen erforschen ohne zu wissen, was zuviel oder was zu wenig ist. Mittelweg, Fragezeichen. Schritt zu weit und du fällst. Schritt zu kurz und du verlierst den Anschluss. Kein Anschluss unter dieser Nummer. Null Nummer. Ich wollte nie Mittelmaß sein, nie im Strom mitschwimmen und das will ich auch heute nicht. Hop oder Top eben. Alles oder nichts. Lieber liege ich am Boden und habe am Ende nichts, anstatt mit der Masse mitgeschwommen zu sein, um mir am Ende ein Gewässer zu teilen, in das jeder pisst. Ich pisse alleine und bewahre mir die Chance doch für einen Moment den Himmel zu berühren. Über den Wolken. Über dem Durchschnitt. Übertrieben. Überdosis. Ich habe nie den Mittelweg kennengelernt. Für mich gab es immer nur eine straighte Zielrichtung. Eine Gerade und die bestand nicht aus Mittelwegen. Nie auf der Suche nach der Mitte, sondern nach der Extreme. Dem Limit. Es gibt Tage, da ist man diesem Limit so nahe, dass man es anfassen kann. Zustand der Zufriedenheit, weil man wusste, du hast dein Limit heute erreicht, mehr ging nicht. Es gibt Tage, da hat man dieses Limit überschritten, es fast in der Hand gehabt und es am Ende doch zu Boden fallen lassen. Zustand der Enttäuschung. Wir streben stets nach dem Greifbaren, dem Maximalen. Wir suchen das Absolute. Ist man mal glücklich, dann stellt man das Glück auch schon bald in Frage. “Wird das immer so bleiben?” “Kann ich noch glücklicher sein?” “Ist das wirklich schon das absolute Glück?” Ist man mal reich, dann stellt man auch schon bald seinen Reichtum in Frage: “Ist das schon alles?” “Reich das Geld wirklich aus?” “Kann ich nicht noch reicher werden?” Wir wollen immer mehr. Wir wollen das Absolute. Wir sind zu gierig. Anstatt unser Limit, unseren Zustand des Absoluten zu akzeptieren und zu versuchen dieses Zustand zu erhalten, suchen wir doch immer nach mehr und machen dabei oftmals den einen Schritt zuviel. All in. Limit Überschritten. Alles verzockt. Zustand der Enttäuschung. Alles schien greifbar nah und am Ende steht man doch wieder mit leeren Händen da.

Ich suche jetzt bewusst den Mittelweg. Nicht irgendeinen, sondern meinen. Nicht den Weg im Strom, sondern meine Hauptstraße. Den Weg raus aus der Krise. Und ich glaube daran, dass ich dieses Mal meinen Weg finde. Seit über 2 Jahren ging ich weit, fernab vieler Wege, entfernte mich immer mehr von mir selbst, längst viele Kilometer hinter meinem Limit. Ohne es zu merken. Erst als ich meinen Fuß wie immer auf die Straße setzten wollte, ins Leere trat und in diesem Jahr sportlich alles verlor, wurden mir vieles bewusst. Sowohl Fehler als auch die richtigen und vor allem wichtige Ansätze. Für einige Außenstehende mag dieses Jahr ein weiteres verlorenes Jahr in meiner Laufbahn gewesen sein. Aber für mich habe ich in diesem Jahr nur dazu gewonnen. Ich habe vieles für mich erkannt. Limits, Wege und neue Ziele. Ich habe vieles über Bord geworfen, was mein Schiff in Turbulenzen gebracht hat, einen Schlussstrich unter vielen Dingen gesetzt, Türen abgeschlossen, um durch neue Pforten zu schreiten. Die Vergangenheit darf niemals dein aktuelles Limit sein. Ich war bedeutet nicht ich bin. Was einst gewesen ist sollte man als Erinnerungen verinnerlichen, aber daraus niemals den Zustand formen “So muss es wieder werden” Anstatt vergänglichen Tagen nachzutrauern, sollte man neue Tage in Angriff nehmen. Wenn man etwas abschließt, muss man ja den Schlüssel nicht ins Meer gewerfen.

Mittelfinger. Mittelpunkt. Mitternacht. Ein neuer Tag, ein neuer Start.

One Love,
Euer maiki talent

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