Wo sind die Klöten hin?

„Bei den Norddeutschen Meisterschaften in Celle wurden trotz des Fehlens einiger Leistungsträger wie des Hochspringers Eike Onnen (LG Hannover) und der Mittelstrecker Moritz Waldmann (LG Hannover) und Jonas Hamm (LG Braunschweig) sowie der Hürdensprinterin Amina Ferguen einige beachtenswerte Leistungen erzielt.“ (www.nlv-la.de)

Wie geht denn das? Die Leistungsträger sind nicht vor Ort und dennoch erzielen dann ANDERE Athleten gute Leistungen? Kann mir das jemand plausibel in dumm erklären wie das bitte schön von statten gegangen sein soll? Schließlich haben ein paar dieser “Leistungsträger” in diesem Jahr schon zwei ganze Rennen, wenn nicht sogar drei, vollständig beendet, ohne dabei 100m vor dem Ziel das Handtuch zu schmeißen, weil, ja weil, ja weil eben nicht gewinnen und so und nur 5ter dann ne, dann will ich auch nicht, blöd, pff.

Hodenlose Frechheit.

Wann genau ist das passiert mit der Leichtathletik? Wann genau hat dieser Sport seine Klöten verloren? War es Krebs? Ein Tritt in die Nüsse? Wieso sind die Jungs von gestern, die Mädchen von heute? Machen wir uns doch nichts vor:

Deutsche Leichtathletik ist eine absolut gaye Nummer.

Und jetzt sagt mir bitte nicht, dass das so nicht stimmt. Hautenge Hosen und rasierte Beine von Solarium gebräunten Bois liefern aus meiner Sicht den absoluten Gegenbeweis. Statt auch mal über kleine Wehwehchen hinweg zu laufen, klebt man sich lieber rosa-pinke und babyblaue Klebestreifen von der Achillessehne bis einmal quer über den Schädel. Das schreit immer schon nach Ausreden.

“Ich bin schon leicht verletzt ins Rennen gegangen und bei 413m hat es dann plötzlich gezwickt und da wusste ich schon, dass das heute nichts wird.”

Und Wetter war irgendwie auch blöd. Darin ist die Szene ja schon immer weltklasse gewesen. Ausreden suchen, (er)finden und sich die Leistungen schön bunt pinseln. Na, dann lass es doch einfach sein. Entweder du bist fit und holst immer das Maximum aus dir heraus oder du bleibst schwanger und holst irgendwann den Maximilian aus dir heraus. Ich will jetzt gar nicht erst anfangen mit den alten Zeiten und den alten Haudegen, denn dann ertönt wieder der Männerchor bestehend aus Sopranisten, der lauthals ruft: Aber die waren doch alle gedopt. Ändert nichts an ihrer Klötenanzahl: 2.  In der breiten Masse wurde gewiss nicht mehr medizinisch rumhantiert als heute auch. Punkt. Es wurde von den Athleten auch mal was riskiert. Jetzt will jeder Bestzeit laufen, aber wartet, dass jemand anderes das für ihn tut. Kannste lange drauf warten. Statt sich an die Linie zu stellen und auch mal so ein Renne von der Spitze aus zu dominieren und dann zu gewinnen, wird im Feld rumgepimmelt, in der Hoffnung den Titel günstig abgreifen zu können, weil der Verein ja 20Mark für einen Meistertitel spendiert. Ganz große K(l)asse. Da spiele ich lieber geh aufs Ganze und zieh am Ende den Zong, aber mit dem Gewiss, mir selbst nichts vorwerfen zu müssen.

Und ja die Leistungsträger haben gefehlt. Aber nicht auf den Mittelstrecken. Denn diejenigen Athleten, die derzeit und auch in Zukunft die Leistungen tragen, haben das am Sonntag auch unter Beweis gestellt. Und zwar mit Klöten.

maik

Ein Gedanke zu „Wo sind die Klöten hin?

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