Maik Wollherr – Schlagerstar (Tag 7)

Eines steht seit heute für mich fest: nach dem ganzen Laufblödsinn werde ich Schlagersänger.

Bei all den Krisen in der Wirtschaft, den überfüllten Studienhäusern und Schwierigkeiten auf dem Arbeitslosenmarkt, wirkt mir gegenüber diese Prothese noch das sicherste Standbein. Und sein wir mal ehrlich, als Schlagersänger liefe mir alles in die Arme wovon ich schon als kleiner Junge mit Pagenschnitt geträumt habe:

Frauen nach der Menopause und prikelnde Bierzeltromantik zu heißen Diskofoxrhythmen

Ich könnte sie dann alle haben. Wie ich ausgerechnet heute auf dieses brisante Thema zu sprechen komme? Drei Buchstaben sind meine Antwort: ZDF. Jedes Zimmer hier im MARATON ist mit einer Flimmerkiste ausgestattet, die dazu noch über ein breites Spektrum an Sendermöglichkeiten verfügt. Neben den klassischen polnischen TV Formaten, die in den Köpfen, unserer X-Diaries verwöhnten Bois, nur für Unverständnis sorgen, kann man sich auch noch, sofern man im Besitz einer Fernbedienung ist, durch ein paar wenige deutschsprachige Sendeanstalten zappen.

ZDF
SPORT1 (genau der Sender auf dem ich Nacht für Nacht meine Hüllen fallen lasse. CD-Hüllen, Kassettenhüllen, Bucheinbände)
VIVA (die zu allem Überfluss nur ein Auge in ihrer Pyramide als Senderlogo verwenden)

Aufgrund von Zahnschmerzen (klingt wie eine Entschuldigung für die Schule) habe ich mich am heutigen Vormittag mal im Bett geparkt, während der Rest der Bande sich den Weg durch den Neuschnee (jaaa es hat wieder geschneit) bahnte. Versorgt mit allem was mein örtlicher Dopingdealer (meine Mama) mir beschaffen konnte, schlief ich ein wenig über den Schmerz hinweg und ließ mich anspruchsvoll vom Vormittagsprogramm der öffentlichrechtlichen unterhalten. In einem Beitrag zeigten sie einen homosexuellen Restaurantbesitzer, der neben seiner Cheftätigkeit als Küchenprofi noch lustige Schlagerlieder trällert. Seit diesem Beitrag ist es um mich geschehen:

SO WAS WILL ICH AUCH

Tagsüber mit Nudeln hantieren. Abends ein Ständchen bringen. Und Nachts wieder mit Nudeln hantieren.

Meinen kulinarischen Lusttempel nenne ich dann „Zum Hinterstübchen“ und Nikki darf dann dort servieren mit einer Boxershorts bei welcher der Popo rausschaut.

Aber nun dann doch noch mal zum Training. Gestern stand nach dem langen 20er des Vortages ein GA2 Training auf der Bahn für uns an. Da der erste TDL recht solide verlief, wollte ich bei dieser Einheit, ein wenig die Geschwindigkeit erhöhen und dafür dann den TDL in 3 Abschnitte aufsplitten. Im Sommer ist mir ja bekanntlich aufgefallen, dass ich in den Rennen oft einen derben Hänger zur Mitte hin hatte. Die 1000er erzielten schon lange nicht mehr den Effekt, den sie eigentlich erzielen sollten und mir graut es immer ein bisschen vor den Abschnitten, die die 2,5 Stadionrunden überschreiten. Also sollte das Motto heißen:

Ich mach das, was ich hass

Gemeinsam mit Viktor lief ich 3 x 3000m mit einer angestrebten Geschwindigkeit von 3:20min/km, also 10min pro Abschnitt. Die Pausenlänge legten wir bei 5min fest. Nach den sonnigen Vortagen hatte uns das schöne Wetter mal wieder seine Kehrseite präsentiert und hatte dabei noch kräftige Böen mitgebracht. Da hat es einen manchmal schon in der Kurve von Bahn 1 auf 3 und über 2 zurück auf die 1 katapultiert. Hier mal eben ein paar rohe Daten für die Nerds:

1. 3:18 / 3:18 / 3:15 Endzeit: 9:52min
2. 3:17 / 3:15 / 3:13 Endzeit: 9:45min
3. 3:17 / 3:17 / 3:11 Endzeit: 9:45min

Bei all den Kilometern und Bergen in den Beinen habe ich zunächst nach dem Einlaufen mit einem Durchhänger bei dieser Einheit gerechnet. Doch zu zweit ließen sich die Abschnitte überraschend entspannt laufen. Bei 1500m haben wir immer die Pace gewechselt, sodass ich die erste und Viktor die zweite Hälfte übernahm. Dabei blieb das Tempo immer recht konstant bei 78sec pro Runde. Damit hätten wir auch die zweite Einheit im Bereich der erhöhten Ausdauer absolviert, sodass nur noch eine auf uns wartet. Vermutlich kommt diese an Neujahr auf uns zu und bildet gleichzeitig auch den Abschluss unseres Trainingslagers.

Zu meiner kleinen Tour am heutigen Nachmittag verliere ich bestimmt noch Morgen ein ernstes Wörtchen. Jetzt muss ich aber los, weil meine Doppelkopfgang schon auf mich wartet und wild mit den Karten auf dem Tisch kratzt.

Daher eine Weisheit am Schluss:

Stech nie unter Fuchs, oink-oink

maik

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