Tschüss 2011 – Hallo 2012

4. April 2011: mein großes Marathonvorhaben findet zunächst sein peinliches Ende am U-Bahnsteig Adenauerplatz. Welch verspäteter Aprilscherz. Die Bahn ist in Verzug und ich bin ratlos. Will ich wirklich mit einem Ausstieg in die Saison 2011 einsteigen? Bitte zurückbleiben. Über die Rolltreppe führt man Weg wieder zurück auf die Straße. Here I am. Klappe die Zweite.

Blättere ich Seite für Seite meines imaginären Tagebuches in Richtung Jahresanfang zurück, überkommt mich schon wieder innerliches Kopfschütteln gekoppelt mit einem kurzen Anfall hysterischen Lachens. Aussteigen. Doch nicht. Wieder weiterlaufen. Doch nicht. Doch weiterlaufen. Letztendlich doch zu Ende bringen, was man schon irgendwie vor dem Start verkorkst hat.

Typische Wollherr Aktion.

Mein Jahr 2011 möchte ich bildlich mit unserem Wohnmobil vergleichen. Nach dem Winter gibt es da immer wieder bei uns beiden Anlaufschwierigkeiten, doch irgendwann finden wir beide dann doch unseren Bleifuß wieder. Insgesamt gibt es bei unserem Womo und mir so einige Parallelen. Für Außenstehende hat dieser Karmann Kutter seine besten Jahre längst hinter sich gebracht. Doch der wahre Liebhaber weiß ganz genau, dass aus dieser Maschine noch die ein oder andere Tour herauszukitzeln ist. Denn egal wie oft unser Wohnmobil streikt, von einer Autobahnausfahrt zur Nächsten nicht mehr das macht, was es am Besten kann, nämlich einfach rollen und du für einen kurzen Augenblick dieses klappernde Etwas bis aufs Tiefste verflucht, irgendwie kriegt man das Gerät wieder zum Laufen.

So sind wir Wollherr eben. Wir geben niemals auf. Selbst wenn wir den Laden an die Wand fahren.

Für Rück- und Tiefschläge hat man uns mit guten Nehmerqualitäten ausgestattet und für jeden plötzlichen Platten gibt es mindestens noch ein Ersatzrad. Während der Rest uns längst auf den Schrottplatz verwiesen hätte, kommen wir immer noch durch den TÜV. 2 mal. Es gibt nichts, was man nicht reparieren kann und bevor der ganze Karren im Stau steckt oder gar irgendwo auf der Strecke liegen bleibt, kennen wir mindestens noch einen Schleichweg und steigen aus, um uns selbst bis zur nächsten Ausfahrt zu schieben.

Als ich in Cuxhaven die 1500m mal wieder voll in den Sand gesetzt habe, wer von euch hat da noch daran gedacht, dass ich 3 Tage später in Kiel neue Bestzeit und Stadtrekord über 3000m laufe?

Du nicht. Ich schon.

Ich bin unser Wohnmobil. Vielleicht ein bisschen zu laut, aber ich habe eben was zu sagen. Vielleicht nicht wirklich schön, aber eben mit Charakter. Vielleicht nicht gerade König der Beschleunigung, aber erst einmal in Bewegung gesetzt unaufhaltsam.

2011. 365 Tage. Einige Highlights. Einige Blackouts. 23 Starts. 6 persönliche Bestzeiten. 2 Stadtrekorde. 2 Landestitel. 1 Soloalbum.

Grob gesagt, war da einiges los bei mir und irgendwie ganz nebenbei. Schon ein bisschen verrückt das ganze, wenn man in Anbetracht zieht, dass mein gesamtes Vorhaben für 2011 ein anderes gewesen ist. Daher bin ich mit allen Ereignissen und Ergebnissen mehr als zufrieden. Aber nur für den Augenblick.

Ohne all die wunderbaren Menschen in meinem Umfeld wäre das alles niemals umsetzbar.

Ohne meine Siri, die mir immer den Rücken freihält, die mich bei jeder Schwachsinnsidee untersützt und einfach rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres für mich da ist und an mich glaubt, stünde ich noch immer dort wo ich vor zwei Jahren gegen die Wand gelaufen bin. Wir beide sind das beste und schönste Paar dieser Welt. Zwei Seelen, eine Liebe. Danke Sirimaus. 2012 wird unser Jahr, versprochen.

Danke Papa, dass ich mich auf deinen Rat immer verlassen kann und du mir immer wieder neuen Mut und Geduld zuspricht. Wenn ich 600m vor Schluss wieder einmal an mir zweifel, bist du es, der wie verrückt als würdest du grade selbst laufen, die Bahn auf und ab hüpfst, und mir direkt ins Herz schreit, dass ich es kann. Ich habe von dir so unglaublich viel gelernt. „der alte Mann mein Papa, der größte Held aller Zeiten“

Danke Mama, danke Magda, danke Tina, danke Thomas. Ihr gebt mir immer das Gefühl, dass ihr stolz auf mich seit. Danke Mama, dass du meinen Blog liest. Im nächsten Jahr bemühe ich mich, dass du dich weniger für mich schämen musst. Bazinga. Natürlich nicht.

Meinem Verein habe ich erst vor kurzem die Füße geküsst und trotzdem möchte ich an dieser Stelle mal dem Gerald Nolte ein besonderen Dank aussprechen. Bevor das noch jemand vergisst. Denn dank seiner Pressearbeit stand ich 2011öfter in der Zeitung als das Tageshoroskop.

Danke an euch. Ja an euch. Danke an dich, dich und natürlich auch an dich. Einen Dank an jeden meiner treuen Leser möchte ich an dieser Stelle los werden und verneige mich vor euch. Ingesamt wurde http://www.wollherr.com knapp 29 500 (NEUNUNDZWANZIGTAUSENDFÜNFHUNDERT) mal von euch aufgerufen und der steigenden Leserschaft entnehme ich, dass es mindestens 2-3 Leuten dort draußen regelmäßig gefällt. Bitte entschuldigt meine kleineren Sendepausen. Zu oft fehlt mir die Zeit so ausführlich zu schreiben wie hier aus dem Trainingslager. Aber im kommenden Jahr möchte ich stark daran arbeiten und mit mehr Audioblogs und noch mehr Blödsinn dafür sogen, dass der ein oder andere noch auf wollherr.punkt.komm aufmerksam wird.

Nach all dem Rumgeschleime bleibt am Ende noch ein Dank an einen ganz besonderen Menschen. Ohne ihn wäre das ganze Unternehmen hier überhaupt nicht möglich und sollte ich dann doch eines Tages mal groß werden, dann möchte ich ganz bestimmt so sein wie du. Von wem die Rede ist?

Natürlich von mir selbst.

Liebe Leute. Ein letztes einsames Blatt klammert sich noch krampfhaft am Kalender fest. Darauf eine rote 31. Zeit dass ich es abreiße. Ich wünsche euch allen einen wunderbaren Jahresabschluss und gleichzeitig einen besonderen Start in das Olympiajahr 2012. Passt in dieser Nacht gut auf euch und eure Wünsche auf. Schießt sie so hoch in die Luft wie ihr nur könnt und begießt euch selbst mit einem kräftigen Schluck „was auch immer“. Lasst uns nach diesem erfolgreichen Jahr 2011 gleich an das kommende Jahr anschließen. Ich wünsche euch allen eine gehörige Portion Gesundheit und das nötige Glück, um weiterhin gesund zu bleiben.

Küsse und Wunderkerzen für alle.

euer maik

  1. Großartiger, kleiner Bruder, Michael, der Pelzige & ich haben Dich täglich voller Spannung virtuell auf der Tour durch Rübezahl Reichs begleitet und sind – wie immer- sehr stolz auf Dich! Kurzweilig, ereignisreich und voller Überraschungen hast Du uns oft ein Schmunzeln geschenkt. Für den Olymp der Glückseligkeit greife beherzt auf Deinen Mut, Kampfgeist und den Erfahrungsschatz des bisher Erreichten zurück, damit, mit dem Dreamteam im Rücken und einer gehörigen Portion an Gesundheit & Glück, 2012 ganz im Zeichen des Mannes mit der Mütze steht.

    Deine Schwester

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