Nachtrag zum Wochenende (Tag 6 & 7)

„Ihr habt doch auch eine Halle in Berlin, oder? Wieso trainierst du nicht da?“

Ja, das nenne ich doch mal eine sehr gute Frage. Natürlich könnte ich für spezielle Einheiten, wie beispielsweise die gestrige, mich mit kurzer Hose und Holzgewehr im Gepäck auf die Reise machen, um bei tropischem Laborbedingungen und südpazifischen Ukuleleklängen ein paar Läufchen aufs Parkett zu zaubern. Aber das wäre nicht in meinem Sinne und gar nicht erst im Sinner meiner Wintertour. Seit Beginn meiner „Du hast sie nicht mehr (H)alle“ Tour bekomme ich immer wieder Anfragen, was es damit auf sich hat. Nun ja, ich möchte auf diesem Trainingswege unter Beweis stellen, dass es keiner Halle bedarf, um in der Halle eine neue Bestezit zu erzielen und sich damit bei den Meisterschaften weit vorne zu platzieren. Als ich 2006 für 3 Monate in Bad Reichenhall war, bestand mein Training in der gesamten Zeit darin, nach jedem Dienst für 90min abzuschalten, mich in den kommenden 90min nicht anbrüllen zu lassen und in den 90min mein eigener Vorgesetzter zu sein. Dafür nutzte ich jede freie Minute, die man mir gab. Lange Dauerläufe, einige Fahrtspiele, Tempodauerläufe. Und das alles im Herzen der Berge, mitten im Gelände. Nach meiner Grundausbildung lief ich damals in der Halle neue Bestzeit mit 8:30min, ohne dafür einen schnellen Schritt gemacht zu haben. Damals für mich der Beweis, dass der Winter da ist um zu trainieren, viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen und Kraft für den Sommer zu tanken. Vielleicht werde ich in einer Woche eines besseren belehrt, was mich aber nicht von meinem Plan abhält.

Die Woche über war es mild wie im Frühling, doch zum Wochenende holte uns der Winter wieder ein. Kalte Temperaturen, eisige Winde. Nicht grade die optimale Basis, um auf der Bahn für flotte Zeiten zu sorgen. Mein Programm habe ich daher ein wenig abgeändert, nicht was die Wiederholuungen betraf, sondern vielmehr was ihre Gestaltung anging. Statt 2 x (6x500m) lief ich direkt 12 x 500m, um mir eine kalte Serienpause zu sparen. Anfangs fand ich überhaupt nicht zu meinem Schritt, was vermutlich daran lag, dass das Tempo zu langsam für wirkliche Tempoläufe und gleichzeitig zu schnell für Dauerläufe war. Erst nach 5 Läufen drehte mein Swag auf und plötzlich purzelten die Sekunden von Lauf zu Lauf runter. Hier die Fakten:

1. 1:27.7min
2. 1:28.2min
3. 1:27.9min
4. 1:27.6min
5. 1:27.2min
6. 1:26.7min
7. 1:26.5min
8. 1:24.8min
9. 1:24.6min
10. 1:24.7min
11. 1:24.1min
12. 1:20.7min

Hinten raus hatte ich bei dieser Einheit unglaublich viel Luft, hätte auch noch bei gleichem Tempo 6 Läufe dranhängen können. Die Pausen waren etwas länger als in Polen (knapp 90sec), im Anbetracht des Tempos aber vollkommen okay. Heute wurde der ganze Spaß von gestern noch kräftig mit einem 22km Dauerlauf ausgelaufen. Begleitet wurde ich dabei auf dem Rad von meiner liebreizenden Freundin Siri. Raus auf dem Mauerweg nutzten wir die nachmittaglichen Sonnenstrahlen für uns aus und kehrten nach knapp 90min wieder heim. Mein GPS zeigte mir eine Durchschnittgeschwindigkeit von 4:04min/km an, was sich trotz Wind doch recht locker anfühlte. Wie es morgen in die neue Woche geht, weiß ich selbst noch nicht. Sobald ich was weiß, werde ich davon berichten. Na logo. Dann fasse ich meine erste Woche der Tour auch noch mal zusammen.

Ich verabschiede mich und wünsche allen Lesern einen wunderbaren Start in die neue Woche.

der maik

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