Rückblicke und Ferngläser

Lässt mich ja echt nicht los, dieser Lauf aus Hamburg. Da laufe ich gegen 800m vor dem Ziel so stark auf, ziehe dann 400m vor Schluss am Gegner vorbei, nehme ihm binnen 100m gute 50m ab und werde in der letzten Kurve dann doch noch abgeledert. Da hilft auch das ganze Gebrüll von außen nichts. Könnt ich mir ja 1000 mal anschauen und beim 1001mal bekäme ich immer noch Gänsehaut, wenn meine kleine Schwester (die übrigens das ganze gefilmt hat) bis zur Heiserkeit ihre Stimmbänder strapaziert und schreit:

“Maik lass dich nicht beziehen komm schon du kannst das”

Und immer wieder schüttel ich hier Zuhause den Kopf vor dem Bildschirm, spule mit dem Touchpad meines Notebooks das Video auf youtube zurück und kaue Meter für Meter wieder und wieder bis mir hoffentlich irgendwann der Appetit daran vergeht. Doch statt dass das Vid an Geschmack verliert, streut mir der Anblick doch noch mal eine Prise Salz in die Wunde.

Wieso schleppt man das mit sich rum?

Ändern kann man nichts mehr daran, egal wie oft sich das Band in Dauerschleife wiederholt. Fakten stehen fest, Ergebnisse sind in Stein gemeißelt. Wie geht ihr mit “Niederlagen” um? Einfach abhaken, nächstes Rennen angehen und darauf hoffen, dass es besser wird? Oder tief nach den Ursachen forschen und bis ins kleinste Detail ein Rennen analysieren?

Nun aber genug mit den alten Kamellen um mich geworfen (yeah passend zur Weiberfastnacht,. Da erkennt man, dass ich zu lange in NRW mein Unwesen treiben musste). Neue Projekte stehen an und längst liegen auch Pläne auf dem Schreibtisch. In knapp einem Monat versammeln wir Leichtathleten uns nämlich mal wieder, um uns auf einer Wiese zu duellieren. Und nach dem Mannschaftsergebnis vom vergangenen Wochenende dürfen wir als OTB Team uns auch ein paar Chancen erhoffen, auch vorne ein Wörtchen mitzureden bei diesen Deutschen Meisterschaften. Zumindest sagen das die anderen.

DIE ANDEREN

Aufgrund der “vielen” Wettkämpfe, kam meiner Ansicht nach mein Training in den letztn Wochen ein wenig zu kurz. Das soll sich nun aber wieder ändern und mit dem heutigen Tage wurde bereits der erste Grundstein für eine solide Arbeitsphase gelegt. Denn von heute an, möchte ich bis Anfang Mörz wieder eine trainingslagerähnliche Phase beginnen, bei der insbesondere die Mittlereausdauer sowie die allgemeine Fitness im Fokus steht. Bei der allgemeinen Fitness liegt mein besonderes Augenmerk auf Sprüngen und der Dynamik. Beim Anblick des Rennes aus Hamburg wird mir wieder deutlich, dass es mir sehr stark an SPRITZIGKEIT (No homo) fehlt. Mein Vater hat da die Vermutung geäußert, dass der Marathon in dieser Hinsicht noch seine Nachwirkungen in mir zeigt. Daher gilt für die kommenden 10 Tage die Devise

“Kurz ist immer noch lang genug, Boi”

In meinem Training tendiere ich auffällig oft dazu, Abschnitte oder Dauerläufe um etwa 10% zu lang auszuwählen im Bezug auf ihren Umfang. In Zukunft muss ich daher besonders darauf Acht geben, im wahrsten Sinne kürzer zu treten. Durch den Wettkampf vom Wochenende blicke ich nun ein wenig optimistischer in Richtung Sommer, nachdem die Halle mir doch ein wenig einen Dämpfer verpasst hat. Ab Morgen möchte ich hier auch wieder mehr über mein Training berichten und ein bisschen ausführlicher darüber Aufschluss geben.

Kam ja doch ein bisschen kurz in der letzten Zeit, nech?

Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal erfreut über die steigenden Leserzahlen äußern und mich bei jedem bedanken, der meinen Blog im Netz weiterempfiehlt, ihn auf facebook teilt und mich auf diese Weise unterstützt. Ihr seid großartig.

GEFÄLLT MIR

maik

Ein Gedanke zu „Rückblicke und Ferngläser

  1. „Lässt mich ja echt nicht los, dieser Lauf aus Hamburg. Da laufe ich gegen 800m vor dem Ziel so stark auf, ziehe dann 400m vor Schluss am Gegner vorbei, nehme ihm binnen 100m gute 50m ab und werde in der letzten Kurve dann doch noch abgeledert. Da hilft auch das ganze Gebrüll von außen nichts. “

    Das Szenario war gestern beim Dauerlauf mit Heiko (offensichtlich deinem Dauerrivalen in diesem Winter) auch reichlich präsent. Das Beste: Er wusste im Prinzip selbst nicht, woher auf einmal der Schub in der letzten Runde kam. Es ging plötzlich wieder, obwohl er sich zuvor bei seinem Versuch, an Uliczka dran zu bleiben, die Beine zerrannt hat. Er meinte selbst, er sei am Ende gewesen, nachdem er auf den ersten 2000 m voll auf Risiko gelaufen sei – aber dich ohne Gegenwehr vorbeiziehen zu lassen, war für den Kopf einfach nicht drin.

    Nimm dir das als Anreiz und Chance, dich im Sommer noch mehr auf den Augenblick zu fokussieren! Das Salz in der Wunde wird dann hoffentlich wieder im richtigen Moment jucken und die Beine fliegen lassen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s