Bye, bye

Wehmütig blicke ich den Sonnenstrahlen hinterher, die wie Scheinwerfer die dichte Decke aus Wolken durchbrechen bis mir der goldgelbe Ball selbst direkt ins Gesicht lacht.

„It´s my City, my City. Childhood, my Life”

lautet es im Song aus den Kopfhörern. Entgegen der Fahrtrichtung fliegen gelbe Rapsfelder und weiße Kirschbäume in gefühlter Lichtgeschwindigkeit im Augenwinkel vorbei, während sich die Windmühlen nicht aus ihrem täglichen Trott rausbringen lassen und weiter ihre Schatten in der Abendsonne zeichnen. Mit jeder Minute senkt sich die Sonne tiefer am Horizont und veranstaltet hinter meinen geschlossenen Augen ein buntes Farbenfeuerwerk. Unaufhaltsam rast der Zug weiter, vorbei an breiten Wäldern, denen dieser Frühling schon ein schimmerndes Grün verpasst hat. Und wie immer stellt Siri mir ihre wiederkehrende Frage:

„Wie viele Leichen da wohl drin liegen?“

Als hätte ich nicht mit dieser Frage gerechnet, schmunzele ich nur und denke mir neun. Auf Bauernhöfe und Felder folgen Fabrikgebäude in betongrauen Industriegebieten und der rostbraune Volvo weicht der mittelständischen E-Klasse in glänzendem Anthrazit. Für ein bisschen Licht in der Nacht werfe ich meine Netzhaut aus und starre in die bereits rote Abendsonne, bevor sie ganz hinter zerklüfteten Wolken entlang der Nulllinie verschwindet.

„It´s my City, my City. Childhood, my Life”

Bye bye OC

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