„Bloody Mary to go, please“ oder auch „Blut & Spiele“

Britten an der Spitze, die Amerikaner im Schlepptau und irgendwo, ja irgendwo dort hinten, wo die Schatten langsam von schwarz zu transparent verlaufen, ja da tauchen auch hin und wieder mal die Jungs aus Kenia auf.

10000m? Chancenlos
1500m? Chancenlos.
3000m Hindernis? Naja, ein bisschen Stolz haben sie dann doch noch.

Was da los im Hause Kenia? Als vor Wochen die Dopingvorwürfe gegen ostafrikanische Athleten auch an unsere Küste gespült wurden, war bloß die Rede von Stimmungsmache der öffentlichen Medien gegen die läuferische Übermacht und von Einzeltätern, während wir in Deutschland ja dauerhaft mit dem Problem der Dopingsünde beschäftigt sein.

Tzz Doping. Wir?

Wovon träumen die bitte nachts? Für so etwas haben wir hier in Deutschland doch gar kein Geld mehr, geschweige denn die nötige Zeit. Hier wird gearbeitet. Rund um die Uhr. Vollzeit nennt sich das. Zum Arzt geht hier schon lange keiner mehr, egal wie hoch das Fieber steigt, aus Angst dass noch am nächsten Tag die Kündigung auf dem Tisch liegt. Bevor man hier krankfeiert, reicht man lieber noch schnell ein paar Tage Urlaub ein. Ich meine natürlich die Überstunden aus 2009. Nichts mit 6Uhr Morning-Run, Ugali mit Mangosaft zum Frühstück und Bubu am Nachmittag, bevor es wieder rauf auf den Kilimandscharo geht. Wenn früh am Morgen die Werkssirene dröhnt… und das für 24 Stunden in der Dauerschleife.

Chinesische Fabrikmusik

Wo bleibt denn da bitte noch Zeit für Spritzen und Blutbeutel? Die Zeiten des kollektiven Dopings in Westeuropa sind nun endgültig vorbei. Unter dem Rettungsschirm wird nicht gedopt, lautet der Schlachtruf. Kein Wunder, dass die Britten im Medaillenspiegel so weit vorne liegen. Nicht umsonst waren sie uns mit dem Coffee to go und dem Runningbag für Muffins schon Jahre voraus. Da schlürften wir noch heiße Milch aus Schnabeltassen, während sie ihr Frühstück bequem in der U-Bahn verspeisten.

Nicht Doping, sondern das richtige Zeitmanagement ist gefragt.

Und wer weiß, vielleicht haben sie ja auch eine Variante gefunden, bequem auf dem Weg zur Arbeit ihre Läufernahrung intravenös zu sich zu nehmen.

„Bloody Mary to go, please.“

maik

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