Die 3 ??? (Tag 4)

Dream Team

Menschen stellen mir immer wieder die gleichen Fragen.

„Ist dein Name eine Abkürzung?“
„Sind deine Haare gefärbt?“
„Wie funktioniert die Athleten-Trainer-Beziehung, wenn man auch im Alltag ein Paar ist?“

Die ersten beiden Fragen lassen sich schlicht mit Nein beantworten, während ich für die dritte Frage weiter ausholen muss. Ohne große Absprachen oder Regeln begannen wir die gemeinsame Arbeit an den Trainingsplänen im Herbst 2011.
Zu lernen, dass Maik nur das Beste aus mir herausholen will, war weitaus schwieriger anzunehmen als es klingt. Anfängliche Verbesserungsvorschläge brachten nicht selten innerliche Konflikte mit sich, die ich ganz unbewusst persönlich nahm.

Was will er mir eigentlich noch beibringen, wo ich doch seit gut 10 Jahren regelmäßig trainiere?

Warum will er meine Technik verändern?

Ist es seine Absicht meine bisherigen Leistungen zu schmälern?

Benehme ich mich wirklich, als würde ich das erste Mal laufen?

Heute weiß ich mit Sicherheit, dass er mir nichts Böses will.

Sich tagtäglich und teilweise 24h auf die Pelle zu rücken, hat durchaus enorme Vorteile für mich und große Auswirkung auf den Sportsgeist.

Ich lernte in den vergangenen Monaten viel über Kritik, innere Konflikte, über Technik, Fleiß und was es heißt, sich über das Laufen zu definieren.
Meine Technik zu kritisieren bedeuten nicht, dafür ausgelacht zu werden, sondern das maximale aus ihr herauszuholen, um mich schneller zu machen.
Sich seiner Fehler immer wieder bewusst zu werden heißt nicht, dass man auf ganzer Linie versagt, sondern dass man immer weiter an seinen Ecken und Kanten feilen sollte.

Mit nur einem Ziel:
das Maximale aus einem herauszuholen.

Sich zu überlegen warum man grade heute bei dem Mistwetter trainieren gehen sollte, wird nicht von einem selbst beantwortet. Ganz automatisiert antwortet Maik auf lautlos gestellte Fragen:

Weil es sich lohnt. Weil es uns stark macht. Weil wir es können und genau das der Welt zeigen sollten.

Vielleicht ist diese Euphorie und das Schwelgen im Lauffieber ein wenig zu übertrieben ausgedrückt. Vielleicht denken sich auch einige, warum ich solche starken Worte bei solch schwacher Leistung verwende.

Die Antwort darauf ist ebenfalls immer die gleiche: Weil ich den Ansporn habe, den nötigen Ehrgeiz und den besonderen Spaß ein Ziel zu verfolgen und weil diese Beziehung Stärke produziert.

Den Spaß im Herbst vor einem Jahr wieder neu gefunden zu haben und ihn mit Schwung auf eine neue Laufstrecke mitzunehmen ist anspornend und herausfordernd zu gleich.

Wie verhält sich nun also die Beziehung im Alltag?
Wie immer. Nein!
Noch viel besser.

Der Strang an dem wir gemeinsam ziehen, wird immer sichtbarer, die gesetzten Ziele greifbarer und der Alltag motivierender. Die private Filmauswahl wirkt durch Streifen wie „The Fighter“ oder „Rocky IV“ wie geplante Hirnwäsche, die eindeutig funktioniert und sich motivierend auf mich auswirkt.

So wie heute.

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