Casinobesuch (Tag 3

ImageDer Bubel Niels, mit dem wir hier in Polen ein Zimmer bewohnen, schüttet uns jeden Morgen mit Hilfe seines „Motivationskalenders“ immer eine Extraportion gute Laune in den Tee. Schlaue Weisheiten und blöde Sprüche, waren schon immer meins, keine Frage, aber die eine oder andere Phrase treibt mir dann doch schon mal den puren Wahnsinn ins Gesicht.

 

„Wollen Sie ihrer Gesundheit etwas Gutes tun, dann beugen Sie möglichen Krankheiten vor. Zum Beispiel mit regelmäßigen Sport. Sie werden feststellen, wie wenig Aufwand das bedeutet und dass es sogar Spaß bringt.“

 

Jeder Sportler schüttelt gerade heftig mit dem Kopf, dass sogar die Ohren schlackern. Was für ein Quatsch. Der ganze sportliche Blödsinn bedeutet ungeheuren Aufwand bei niedrigsten Erträgen. Und Spaß? Ich bitte euch. Wer von euch hat denn bitte das letzte Mal wirklich Spaß dabei empfunden. Ich meine so richtig Spaß mit bunten Papphüten auf dem Kopf und einer Tröte im Mund. So ein Quatsch. Tag ein, Tag aus, rein in die Schuhe, raus aus der Wohnung, rein in die Kälte und raus aus den gemütlichen vier Wänden. Spaß? Wenn das eure Definition von Spaß ist, dann gibt es bei euren Spielabenden bestimmt auch Reiszwecken zum Knabbern. Dann könnt ihr mir auch anhand meines sinnflutartigen Wasserverbrauchs  vielleicht mal eine Erklärung liefern, inwiefern bei diesem Sport niedriger Aufwand besteht. Mittlerweile könnte ich auf meinen Wäschebergen schon ein Höhentrainingslager veranstalten. Früher oder später treibt mich das Ganze hier noch in den Ruin.

 

Aber was bleibt mir auch anderes übrig? Soll ich etwa jetzt vom Zug abspringen und sagen: „so das war´s jetzt für mich, ich hör auf, brauch jemand vielleicht 20 Paar Laufschuhe in Größe 50?“ Das ist ja das Problem: zum Aufhören ist es längst zu spät. Dafür habe ich bis zu diesem Zeitpunkt schon viel zu viele Stunden und Nerven vergeudet, dass ein Aufhören einfach nicht mehr in Frage kommt. Nein, nein, jetzt muss es sich ja erst recht lohnen. Erinnert mich ein bisschen an einen Casinobesuch. Wenn man nicht früh genug aussteigt, geht man am Ende ohne alles wieder nach Hause. Aber vielleicht kommt ja noch mal meine große Glückssträhne, das Blatt aller Blätter. Bis dahin tue ich ein bisschen was für meine Gesundheit, verwandle mein Blut in Milchsäure und habe dabei natürlich meinen Spaß.

 

 maik

Ein Gedanke zu „Casinobesuch (Tag 3

  1. Die täglichen Sprüche lassen sich ja verblättern, aber wer von EUCH im Zimmer hört die Kassetten, die im Hintergund auf dem Tisch stehen? ;-)))

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