Zwischen Karotten und Marotten (Tag 8)

Leichtathletik.

Im Großen und Ganzen eine Einzelsportart, wenn man mal von den Staffelläufen absieht.
Das erklärt die ein oder andere komische Angewohnheit, Lebensweise jedes einzelnen und zeigt nicht zuletzt diverse Ticks und Tricks auf. Zu Zeiten wie diesen werden die Eigenheiten eines jeden Einzelnen wieder deutlich.
7 Menschen aus den unterschiedlichsten Bezirken Berlins kommen hier zusammen und verbringen 10 Tage auf relativ engem Raum.

Das einzige was dann noch enger erscheint, sind die Tights an viel zu dünnen oder muskulösen Beinen. Grundsätzlich ist hier eines zu beobachten: jeder kämpft für sich, das Leben ist hart, wenn mich ein Spruch nicht zum Weinen bringt, macht er mich zum Mann …und viele weitere kluge Weisheiten.

Beginnen wir beim Frühstück.
Der obligatorische Griff geht ans Handgelenk. Die Uhr läuft.
Langt jemand bei den Würstchen zu heißt es „Warum isst du deinesgleichen?“
Verlangt jemand den Brötchenkorb, wird einem versprochen, dass es nicht bei diesem einen Korb am Tag bleibt, schließlich folgen ja noch 2 Trainingseinheiten.
Beginnt man Durst zu entwickeln, fragt man nicht selten, ob einem jemand das Wasser reichen kann.

Wettkampftypen.

Man fragt nicht wie es einem geht, sondern wie es „läuft“ und grundsätzlich alle Gespräche laufen auf ein und das gleiche Thema hinaus: die Leistung. Die eigene, die der anderen, die Tagesleistung die zu erbringen ist oder die neusten Ergebnisse der Hallenmeetings.
Um keine Zeit zu verlieren, haut man sich das Essen einfach rein. Schließlich soll es nicht schmecken, sondern wirken und die nötige Kraft geben. Am Ende des Frühstücks gibt es also noch schnell einen „Coffee to run“, denn „to go“ entspräche ja nicht dem eigenen Anspruch.

Auch in der Freizeitgestaltung wird deutlich, wer Leichtathlet ist und wer blufft. Beim „tabu“ Spielen, wird alles über das Laufen erklärt. Hier gibt es keine Grenzen. So heißt es bei jedem neuen Begriff „Niels ist ein …“ und die Lösungen sind jedes Mal anders. Draufgängerisch, Sportler, Wettkämpfer, harter Kerl, Kautz und nicht zuletzt ein Gangster.
Mittags wird nicht nur einfach zu Tisch gebeten, hier heißt es dann: „auf die Pläatze“. Eine Spielrunde wird zur zusätzlichen Trainingseinheit und die Euphorie steigert sich ins Unermessliche. Da wird Orlando auch gerne mal die Hauptstadt Floridas und Dresden liegt im Nahen Osten.
Die Figuren rennen über das Spielfeld und auf den letzten Metern wird die scheinbar siegessichere Mannschaft doch noch gebaiert. Ganz normaler Wahnsinn halt.

Es ist spannend die einzelnen Rituale und Gewohnheiten der Athleten des Hauses zu sehen und verstehen zu lernen. Als wären wir eine große Familie, sind wir doch grundsätzlich unterschiedlich. Hier schließt sich die Rundbahn zu einem Spruch aus dem Motivationskalender 2013, der mich zu diesen Gedanken gebracht hat:

Es ist eigenartig, einzigartig zu sein.

Siri

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