Michi gegen Mario

Michi gegen MarioAch ja die Fußballer. Während sämtliche Hochkulturen der vergangenen Jahrhunderte ins Gras beißen mussten, bleibt dieses Volk fest auf ihrem Grün verankert. Da hilft kein vertikutieren. Zerfallene Ruinen im mexikanischen Hochland, geplünderte Pyramiden in der staubtrockenen Wüste, verlassene Wohnhäuser unter strahlend blauem Himmel in Tschernobyl. Allesamt gezeichnet von der Zeit. Nur die Gotteshausähnlichen Arenen deutscher Fußballgroßmächte füllen sich Wochenende für Wochenende wie dicke Bäuche des Wohlstandes. Fast wie von alleine. Dort werden noch wahre Helden geboren und zwar per Kaiserschnitt. Doch wehe wenn einer dieser Helden dann doch den heiligen Olymp verlässt. Wäre Mario Götze heute morgen besoffen und mit Vollgas mit seinem Auto in eine fröhlich spielende Kindergartengruppe gerast, möchte ich behaupten, dass er bei seinen Fans deutlich glimpflicher davon gekommen wäre, als mit seinem Wechsel zu den Bayern. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und die besten Kommentare der treuen und mit Herzblut überströmten BVB-Anhänger auf der Facebook-Fanseite von Götze zu sammeln. Hier nur ein kleines BEST-OF:

 

„J U D A S ! ! ! ! Hoffentlich verletzt du sich morgen und deine Karriere ist beendet!!!!

EIN GEFÜHL, TIEFER ALS HASS!!!!“ „verlogener judas ….wie kann man nur so blöd sein hoffe wirst ein 2. deisler !!!“

„Bayern München ist der Hitler der Bundesliga“

„Hoffe du verletzt dich und kannst nie mehr laufen, du J**en Kind“

„Und der raffgierige Würstchen-Ulli lacht sich in sein dummkrimminelles Wurstfingerfäustchen…“

„wechsel du schwuchtel, wechsel du schwuchtel“

 

Und so weiter und sofort. Große Trauer. Das nenne ich mal Fans mit Charakter. Wir Leichtathleten sind da anders. Ganz anders. Da fühlen sich die Dortmundfans in ihren sportlichen Hodensack getreten, weil ihr Junge aus dem Pott nun zu den Bayern nach München wechselt. Dabei vermute ich bei diesem Transfer bloß einen offenen Schlagabtausch der beiden Rivalen als Retourkutsche für einen sportlichen Wechsel, der bereits am Anfang des Jahres von Bayern in den Ruhrpott stattfand. Und zwar ganz still und fast heimlich, im Schatten der Bilderreporter vorbei.

Na, wer erinnert sich noch?

Hat allem Anschein nach keinen wirklich interessiert, dabei war das für mich eigentlich der größere Coup. Von wem ich rede? Natürlich vom Michi Wilms, der seit 1. Januar nun im Trikot der LG Olympia Dortmund startet. Da hat die Leichtathletikwelt keinen Wirbel gemacht oder dem Michi böse Beleidigungen auf die Pinnwand geschrieben. Also liebe Dortmundfans, der Wechsel ist die pure Gerechtigkeit. Mich gegen Mario. Vielleicht seid ihr den Mario ja jetzt los, dafür habt ihr aber mit dem Michi einen mehr als guten Fang gemacht. Könnt euch glücklich schätzen.

maik

Ein Gedanke zu „Michi gegen Mario

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