Deutscher Traum – zumindest fast deutsch

Breitgrinsend reiben sich Peggy Dah und ihr Mann AlFreD ihre schmierigen Hände am morgendlichen Frühstückstisch. „Haben wir doch gleich gesagt mit die ganzen Ausländer. Selbst Schuld, wenn man sich die freiwillig in unser Land holt.“ tippt Alfred mit der Zeigefingerspitze auf Homiyu Tesfaye, dessen Bild und aktuelle Lebenssituation die heutige Ausgabe der FAZ zieren. „Erst kommt er hier nach unser Land, dann nimmt er den Jugendlichen die Deutschen Meistertitel weg. Und kaum ist er Deutscher haut er über Nacht einfach weg. Sieht so Dankbarkeit aus?“ Kopfschüttelnd schlägt Alfred Dah mit der Zeitung auf den Tisch.

Dabei habe man dem aus Äthiopien stammenden Läufer von Beginn alles erdenkliche ermöglicht. „Sogar bei die Bundeswehr ist der gewesen. Auf unsere Kosten. Wer bezahlt das denn? Na wir, mit unsere Sozialabgaben.“ erklärt die seit 10 Jahren Arbeitslose Peggy. Man sei enttäuscht und gleichzeitig im eigenen Denken bestätigt, dass mit dem Flüchtlingsstrom nicht nur bedürftigte Menschen über die Grenzen ins Land gekommen sind, so das Ehepaar aus Frankfurt/Oder. „Nicht steuerbar?“ fragt Alfred mit spitzer Stimme, „über das Mittelmeer ist er aber noch zielstrebig gesteuert.“ seine Worte unterstreichend nickt ihm seine Frau zu. Dabei sah die Geschichte des Homiyu Tesfaye lange nach der Erfüllung des Deutschen Traumes aus, getreu dem Motto, alles schaffen zu können, sofern man nur hart an sich arbeite und einen anerkannten Schulabschluss habe. „Sind wohl doch nicht alles Fachkräfte oder gelernte Lackierer, die von da weg kommen. Und Bananen wachsen nun mal in Deutschland nicht.“ lacht das Ehepaar lauthals. „Dem jungen Farbigen (von der Redaktion geändert) ist ja gar kein Vorwurf zu machen. Frau Merkel hat sich das selbst in die Schuhe zu schieben. Und das sind gewiss keine Laufschuhe.“ wieder hallt ihr Lachen durch ihre Plattenbauwohnung mit Balkon. Nun sei man gespannt, ob die Laufkarriere von Homiyu Tesfaye Nachahmer finde oder die Bundesregierung aus dem Fall des „offensichtlichen Wirtschaftsflüchtlings“ gesetzliche Konsequenzen ziehen werde, schließlich kann es so nicht in „ihrem Land“ weitergehen, so die Eheleute Dah. „So richtiger Deutscher ist der ja nie gewesen.“ beschreibt Alfred Dah Tesfayes Bindung zum Bundesadler bevor seine Frau ihn abschließend ergänzt „also im ursprünglichen Sinne.“

Im schweizerischen St. Moritz habe Tesfaye nun sein Glück gefunden und will im kommenden Jahr die Flucht nach vorne wieder in Angriff nehmen. Mögen ihm die Berge mehr Heimat werden, als es die Wolkenkratzer der Mainstadt je sein konnten. 

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