Lokomotive Senioren-Zentrum „old but gold“ 1895 West-Berlin e.V. 

Bis gestern Nacht 23:59 Uhr liefen noch die letzten Vereinswechsel in der Geschäftsstelle des Deutschen Leichtathletik Verbandes für das Wettkampfjahr 2017 ein. Viele Athleten machten dabei lange ein Geheimnis um ihre Wirkungsstätte für die neue Saison und behielten bis zum letzten Augenblick ihr undurchschaubares Pokerface zwischen Kinn und Haaransatz auf. Fast wie auf dem Transfermarkt beim Fußball kurz vor Ladenschluss. Aber nur fast. Nur statt der globalisierten und kommerziellen Frage hinterherzujagen ob es zu Real oder Barca, zu den Bayern oder zu den Zecken geht, besinnt man sich in der Leichtathletik wieder vielmehr auf regionale Produkte. So verlässt die Deutsche Rekordhalterin über die 3000m Hindernis Gesa Krause die LG Eintracht Frankfurt, um ab 1. Januar das Trikot des „Silvesterlauf Trier“ überzuziehen. Auch für den Deutschen Marathonrekordhalter Arne Gabius geht das Gastspiel in seiner Heimat Hamburg zu Ende. Hinter seinem Namen in den Ergebnisliste 2017 werden wir den Verein „TherapieRhea Bottwartal e.V.“ zu lesen bekommen. Nicht ganz das Nike Orgeon Project, wo er einst anklopfte, aber dafür eben direkt aus der Region. Ohne Zwischenhändler. Direkt vom Erzeuger. Und an diesen Grundgedanken möchte auch ich im kommenden Jahr anknüpfen und denke dabei noch über das Karriereende hinaus. Denn was passiert mit mir, wenn aus „nicht mehr die Laufschuhe schnüren müssen“ ein „nicht mehr die Budapester schnüren können“ wird, weil Gicht und Co. Herr meines Körpers geworden sind und ich in der Altersklasse M85 anfangen muss, langsam einen Gang zurückfahren? Zum Glück befindet sich gegenüber von unserer jetzigen Wohnung ein zauberhaftes Seniorenzentrum mit Rundum-Service, die gleichzeitig noch eine lebendige Leichtathletikabteilung führen. Wieso also nicht heute schon an morgen denken und mir schon jetzt einen überdachten Parkplatz für meinen Rollator sichern? Ich habe mich daher entschieden den Beispielen unserer Spitzensportler zu folgen und im nächsten Jahr auch auf regionale Vereinskonzepte zu setzen. Nach vielen Jahren beim OTB Osnabrück wechsele ich zum 1.1.2017 zum Verein Lokomotive Senioren – Zentrum „old but gold“ 1895 West-Berlin e.V. 

Die Infrastrukturen und das Vereinskonzept, insbesondere mit der Perspektive auf einen bezahlbaren Heimplatz, haben mich letztendlich davon überzeugt, diesen Schritt zu gehen, bevor der Schrittmacher kommt. Auch wenn mein Startpass noch in Osnabrück liegt, schwebt der Bypass bereits über meiner zukünftigen Wirkungsstätte ab Januar 2017. Mit über 30 muss man einfach an die Tage nach dem Sport denken und eine funktionierende Doppelkopfrunde mit lebensfrohen Opas findet man auch nicht an jeder Ecke. Außerdem ist die medizinische Vielfalt im Seniorenzentrum weit über dem Standard russischer Sportstätten. Ich bin mir sicher, dass ihr meine Entscheidung mit der Zeit nachvollziehen werdet. In meiner Brust wird immer ein Doppelherz schlagen.  

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