GNTM 2.17 

Endlich. Mehr fällt mir im Moment nicht ein. Mein lang ersehntes Warten nimmt an diesem Donnerstag ein Ende. Mein Leben besitzt wieder einen Sinn. Ab 20:15Uhr gehört der Abend mir. Mir ganz alleine. Ab und an höre ich ein Lachen aus dem Wohnzimmer. Ab und an höre ich „Gott ist die hässlich“. Ab und an höre ich Heidis Audiokommentar in Mono. Währenddessen wende ich den Fisch in der Pfanne, der für alle Mädchen der Staffel reichen würde und ich bin nicht einmal Jesus.

Bis heute ist das Sendekonzept verblüffend. Mädchen in knappen Outfits gehen auf zwei Männer zu und die sagen dann, wer bleiben darf und wer zurück Baumwolle pflücken muss. Es flüchten also junge Mädchen aus ihrer youtube-Welt über die Pro7 Route in Richtung Modebrance in Hoffnung auf ein besseres Leben. Ihre Familien werden sie dabei nicht nachholen dürfen, dazu fehlt die Gesetzesgrundlage. In Heidiland angekommen müssen die Kandidatinnen dann feststellen, dass das Leben mit vielen Gleichgesinnten unter einem Dach und ohne große Perspektive dann doch nicht so ganz das ist, was sie sich zu Beginn ihrer Fluch erträumt haben. Statt einer Aufenthaltsgenehmigung in der Modewelt, erhalten einige nur eine Duldung. Andere werden im Laufe der Zeit wieder in ihre sicheren Herkunftsländer Instagram und Facebook zurückgeschickt. Die Mühlen in Heidland mahlen langsam. Nicht alle bekommen am Ende ein Passbild von der Diktatorin persönlich. Fast wie das echte Leben. Mit echten Problemen und echten Menschen. Aber nur fast. 

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