An der Kante. Auf der Scheibe.

Auch wenn jeder Kurs mal auf und mal abwärts verläuft, Abzweigungen links und rechts lauern, ist die Welt der Läufer eine Scheibe. Wer zulange stur geradeaus läuft, wird früher oder später der Kante ins nichts bedrohlich nahe kommen. 

„Immer am Limit, ein Schritt hinter der Klippe“

Denn nur außerhalb der Komfortzone, am Rand der Kante wird man zur Kante. Seit meinem Achillessehnenriss und dem Beginn wieder zu laufen im Oktober 2013 hatte ich immer die innere Unruhe, dass jeder Schritt, den ich tue, ein Schritt zu wenig ist. Meine persönliche Kante sich stetig von mir weg bewegte. Nichts war gut genug. Kein Kilometer schnell genug. Kein Lauf lange genug. Die Scheibe, auf der ich bisher lief, drehte sich permanent mit. Immer ein wenig in Laufrichtung, bis die eigenen Beinen sich überschlugen und die Rotation mir mehr und mehr entgegen kam. Man kann gewisse Stufen im Sport nicht überspringen. Zumindest nicht auf Dauer. Früher oder später fallen dir die fehlenden Level auf die Füße und es schmeißt dich von der Scheibe. Also Rechner runterfahren. Diskette durchpusten. Rechner neustarten. Zurück auf die Scheibe.

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