Tinte

Kurzes Memo. Zwischen einer Handvoll U-Bahnhöfen. Bloß Wortfetzen. Leichter Gedankenhagel nach dem Training. Die Tage sind lang. Die Nächte dafür umso kürzer. Wecker klingelt kurz vor 6, nachdem ich ihn keine 6 Stunden zuvor gestellt habe. Rein in die Schuhe. Raus in die Dunkelheit. Immer geradeaus hinein ins weite Nichts. Am Wendepunkt wartet die Dämmerung. Mit ein wenig Rückenwind im Gepäck lasse ich den Kanal links liegen, während rechts von mir Auto für Auto Richtung Innenstadt donnert. In mehr als einem Monat habe ich hier mehr als 500 Kilometer gelassen. Rauf. Runter. Auf meinen Schultern ein Kopf, der vor Fülle und gleichzeitiger Leere strotzt. Nicht Zuhause, aber auch nicht ganz weit davon entfernt. Jeder meiner Schritte in diesen Tretern fühlt sich verdammt richtig an. Genau hier. Genau jetzt. Spätestens seit dem 6ten Dezember weiß ich, dass Pläne bloß Tinte auf Papier sind. Tinte, die lebendig verläuft. Tinte, die sich eigene Wege sucht. Tinte, die niemals trocknet. Krampfhaft versuchen sich dieser Tinte zu bedienen, endet im Scheitern. Und so lasse ich sie fließen. In alle Richtungen. Ich fließe mit ihr. Rauf und runter. Nie von einander getrennt, sondern immer im Prozess vereint. Und ich mitten drin.

Veröffentlicht von maik wollherr

Zwischen Training und Therapie - Lauf mit mir eine Runde um den Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: