Wenn man nicht chartet

Aha, wir sind dann also wieder zurück. Also eigentlich bin ich im Kopf schon wieder weg. Manic Monday ihr wisst? Nach zwei Wochen „Urlaub“, wo es hieß, zu trainieren, zu faulenzen und den Wecker Nachmittags nicht zu stellen (ahh Luxus pur), den ganzen Abend im Internet zu sein, Texte für mein neues Album zu schreiben, zu essen, ging ich gestern Abend / heute Nacht mit dem Gedanken ins Bett, oh fuck morgen wieder um 6Uhr aufstehen, Uniform an & Dienstschieben. Aber, die nächsten freien Tage kommen ja bestimmt, spätestens am Ende der Woche, wenn der Freitag mich anlächelt.

Die Rückfahrt am Samstag war einfach nur der Todesritt, kann ich behaupten. Never Ending Rückfahrt. Der Tag begann mit einem lockeren Dauerlauf vor dem Frühstück. 1 Stunde noch einmal durch die Gegend und dann schön beim Frühstück reinhauen. Zurück aufs Zimmer, restlichen Sachen einpacken, Taschen ins Auto, der heißen Dame an der „Wache“ noch mal kurz zugehupt und tschüss. Aber schon durch Polen hat es eine Ewigkeit gedauert und am Ende gingen uns die Lieder auf dem Mp3-Player aus und ich wollte einfach nur noch ankommen. Bad Eilsen!!! Ganz ehrlich, was sich da seit Jahren abspielt, verstößt gegen die Menschenrechte. Wenn die Baustellen dort eines Tages fertig werden und es dort nicht zum Stau kommt, bin ich schon 100 Jahre tot glaube ich, aber meine Ur-Ur-Enkel werden sich vielleicht eines Tages an der Autobahn dort erfreuen. Bad Oeynhausen!!! Katastrophe. Wer wohnt da eigentlich? Da fahren doch nur Menschen durch oder? Nach 10 Stunden waren wir dann doch gegen 20Uhr vor unserer Haustür. Halleluja! Es geschehen immer noch Zeichen und Wunder. Nach zwei Wochen dann wieder im eigenen Bett schlafen. Im eigenen Bett, wo die Beine nicht jedes Mal zur Seite rausgucken, weil es zu kurz ist. Herrlich. Am Sonntag dann einfach mal ausgeschlafen. Ihr müsst wissen, dass schlafen bis 11Uhr definitiv ausschlafen für mich bedeutet. Mehr geht echt nicht bei mir. No Chance.

Beim Frühstück blättere ich dann die Zeitung durch, die uns kostenlos am Sonntag in den Briefkasten gepackt wird und was ist dort lesen durfte hatte mich zu tiefst berührt. Ganz ehrlich, denn das Osnabrücker Leichtathletik Jahr 2008 wurde da noch mal reflektiert. So wie ich es verstanden habe, lief es wohl nicht sooo gut. Zumindest wurde in dem Artikel jede Menge rumgeheult und ich hatte die Taschentücherbox schon parat stehen. Denn meinen Namen durfte ich auch zwischen all den schönen Worten wieder finden. Schön zu lesen, dass ein ganzes Leichtathletikjahr eines Athleten auf einen Lauf reduziert wird. Das mein Laufen in Nürnberg nicht gerade, das Geilste von der Welt war, ist mir erst beim Lesen des Artikel bewusst geworden. Danke, dass endlich für Klarheit in meinem Kopf gesorgt wurde. Schön zu lesen, dass man sonst in diesem Jahr nichts geschissen bekommen hat und das ganze Jahr auf einen Lauf reduziert wird, auch wenn man danach noch die Kurwa gekriegt hat und auf Platz 10 der Deutschen Bestenliste gelandet ist. Jaa klar ist Hindernis nicht so stark vertreten in der Masse wie die Sprintdisziplinen, das ist mir auch bewusst. Und dass ich damit weit unterhalb der eigenen Erwartungen geblieben bin, ist mir auch klar. Aber am Ende bin ich noch in der Top Ten gelandet und hab die Schuhe nicht an den Nagel gehangen. Naja, piss die Wand an. Denkt was ihr wollt. Schön zu hören, dass man rumheult, dass Athleten dem Osnabrückerland den Rücken gekehrt haben, aus welchem Grund auch immer und damit erklären will, warum dieses Jahr nicht so erfolgreich war wie das Letzte. Schön, dass man bedauert, dass Athleten aus beruflichen Gründen oder gesundheitlichen Gründen den Sport aufgeben mussten und damit auch erklären will, warum nichts so lief wie es laufen sollte. Aber warum sind dann auch keine Athleten aus dem Osnabrückerland nachgerückt, wo doch so viele Schüler an der Leichtathletik in Osnabrück Interesse zeigen? In der Musik heult man rum, dass zuwenig Platten verkauft werden. Daran wird man schließlich gemessen. An der Chartplatzierung. Aber warum kaufen so wenig Menschen noch CDs? Warum charten heute die wenigsten Künstler mit ihren Alben? Weil einfach von vielen Künstlern und ihren Produzenten schlechte Arbeit abgeliefert wird. Warum soll ich für gepresste Scheiße auch noch Geld bezahlen? Wer schlechte Arbeit abliefert, der kann nicht erwarten, damit zu charten. Ich weiß von mir, dass ich in diesem Jahr oder halt 2008 viele Fehler gemacht habe. Teilweise schlechte Arbeit abgeliefert habe. Gerade in den Wochen vor den Deutschen, konnte ich nicht die Arbeit abliefern, die ich gerne abgeliefert hätte. Im Endeffekt wurde ich also in Nürnberg für schlechte Arbeit ausgezahlt, auch wenn ich im letzten Winter wohl mehr und härter den je trainiert habe. In Nürnberg bin ich nun mal nicht mit meiner Platte direkt gechartet, weil die letzten Wochen vor der Veröffentlichung einfach Katastrophe waren. Aber so ist das nun mal, man kann sich die sportlichen Erfolge und Misserfolge halt nicht aussuchen. Und an der Chartplatzierung wird man gemessen. Dass ich im Juli nicht von 0 auf 10 gelandet bin, sondern im August vom letzten Platz noch auf Platz 10 geklettert bin, interessiert aber nicht. Was am Ende zählt ist die höchste Chartplatzierung, egal ob in der ersten Woche oder in der 99sten Woche. Mich interessieren keine Titel, mich interessieren meine Leistungsfähigkeit und meine persönlichen Grenzen. Wenn dabei ein Titel rumkommt, dann freut es mich, aber das ist in meinen Augen sekundär. Und auch wenn ich diese Grenzen sicher nicht erreicht habe, habe ich am Ende alles daran gesetzt diese vielleicht doch noch zu erreichen, was mir heute mehr wert ist, als ein, was weiß ich, fünfter Platz bei den Deutschen. Warum? Weil ich mich selber nicht aufgegeben habe. Ich will mich nicht aufregen, weil mir die Pressearbeit in dieser Gegend sowieso egal ist und in 10 Jahren niemand mehr nach einer Tageszeitung fragt, weil dieses Medium eh den Bach runter gehen wird. Wenn ich viele Artikel so lese, dann sage ich nur, dass es mit der Tageszeitung zu Recht abwärts geht, was die Zahl der Abonnenten angeht. Wenn man Sachen liest und sich am Ende fragt: „ohhh kay und was willst du mir jetzt damit sagen?“ dann war es sicherlich von großer Bedeutung, es in einer Sonntagszeitung zu erwähnen. Für Selbstdarstellung gibt es übrigens Blogs, das will ich an dieser Stelle kurz erwähnen. Diese Blogs gibt es in einem Medium, dass in den nächsten 10 Jahren nicht den Bach runter gehen wird. Will nur noch loswerden, dass ich reinhauen werde, damit am Ende dieses Jahres nicht wieder rumgeheult wird. Ja gestern wurde trainiert und heute auch, und morgen wird auch trainiert.

 

Sonntag: 18km Dauerlauf auf der Straße / Tempo 4:20min/km

Montag: 14km Dauerlauf auf der Straße / Tempo: 4:45min/km

 

Ich wünsche euch wie immer was. Zugesehen & Reingehauen.

Liebste Grüße euer Maik

Tag XI: Die Bahn brennt

Heute also die letzte Meldung aus dem Hotel Sudety in Sklarska Poreba. Ja so heißt dert Schuppen wo wir knapp 2 Wochen untergebracht waren. Ich will nicht den Tag vor dem Abend loben (5 Zloty ins Phrasenschwein), daher will ich jetzt auch nicht das Trainingslager reflektieren. Das kommt morgen. Denn schließlich gibt es morgen in der Frühe noch eine Einheit und dann noch die große Überfahr. Da kommt also noch Großes auf uns zu morgen, gerade wenn man hier die Straßen sieht. Gestern und heute hat es dauerhaft geschneit und die ersten 100km zurück auf Deutsche Autobahnen werden schon ein kleines Abenteuer. Kommen wir also noch mal zum heutigen Tag. Zum Abschluss sollte heute noch mal was Schnelles aufs Parkett gezaubern werden. Nach dem Schneefall ging es auf die frisch gefegte Bahn im Stadion. Was stand an? 3-4 x 2000m. Tempo? Die ersten 2000m sollten ruhig sein, dann war das Tempo unsere Sache. Wir starteten also den ersten Lauf. Erste Runde ohne Tempogefühl nach den vielen Läufen durch die Berge. 82sec. Der ersten Kilometer dann 3:30min/km und der Zweite dann 3:27min/km. Alles ganz gut. Atmung ruhig und die Beine bewegten sich vorwärts. Pause 5min, also eine Runde locker traben und dann kurz Pause auf der Stelle, seit meiner Zeit in Reichenhall bin ich darin geübt;) Es ging also dann weiter mit den Worten: Jetzt könnt ihr ruhig etwas Gas geben. Okay, ich machte wieder Tempo. Erste Runde 74sec. Etwas raus genommen und den ersten Kilometer dann bei 3:12passiert. Nach 6:25min waren wir dann im Ziel und auch der Lauf lief verdammt locker. Pause wie gehabt und der dritte Lauf, sollte dann der Letzte sein. Viktor wollte den zweiten Kilometer dann Tempo machen. Die ersten 1000m in 3:05min/km, Viktor geht nach vorne und bringt dann noch mal die gleiche Zeit auf die Uhr. Alles super. Man muss bedenken,dass die Bahn an einigen Stellen, gerade in den Kurven sehr glatt war. Klar waren die Beine nach dem dritten schon nicht mehr so locker wie beim Einlaufen, aber das erwartet auch keiner. Ich stellte mich dann nach 5min noch mal an die Linie und wollte noch einen 1000er laufen. Im Ohr „Pimpshit“ von Pimpulsiv, Kopf runter und los gehts. Erste Runde 68-69sec, Beine rollten ohne Ende. Zweite runde dann 70-71sec und am Ende bleibt die Uhr bei 2:53min stehen. Ohne Spikes, nach bereits 3 anderen Läufen, konnte ich mich zufrieden zeigen. Kurzes Auslaufen zum Hotel und das wars. Nach einem unglaublichen Shoppingerlebnis, dann um 17Uhr zum Vorletzten Training. Auf der Straße 30min eingelaufen und dann im Stile eines Fahrtspieles 10 x 20sec gelaufen. Pause 90sec locker traben. Die Straßen alle schneebedeckt und daher alles etwas schwierig. Viele Autos unterwegs, das hat echt diesmal genervt, daher Augen vorne, hinten und zu allen anderen Seiten. Das ganze Training dauerte am Ende knapp 60min. Joa so sieht das aus. Nichts großartiges am heutigen Tage. Die ersten 2000m Abschnitte seit langem. Liefen echt gut, will ich noch mal sagen und ich freue mich auf die ersten Wettkämpfe. Morgen früh noch ein Dauerlauf und dann 8 Stunden oder mehr auf den Hintern sitzen, vielen Dank. Wann schafft die Wissenschaft es, dass man gebeamt werden kann, hä? Ich warte! Das würde vieles einfacher machen. Überlegt euch was. Bis dahin wünsche ich euch was. Zugesehen und Reingehauen.

Liebste Grüße, noch mal aus Polska Polska, euer Maik

Tag X: Banausen vom Berg

So heute bloß eine kurze Meldung hier aus Polen. Wir leben alle. Habe das neue Jahr gestern mit eingeläutet und waren heute auch nicht untätig. Nach einer etwas kürzeren Nacht trafen wir uns dennoch morgens um 8Uhr beim Frühstück. Was stand auf dem Plan? Auf jeden Fall etwas Ruhiges. Von hier unten sah das Wetter oben auf dem Berg sehr, sehr gut aus und da kam die Idee durch eine Neujahrstour auf den Gipfel zu machen. Gemeinsam zog die Gruppe um 10Uhr in Richtung Sonne, doch schon bald mussten wir erkennen: Sonne? Das wird heute nichts. Starker Wind ließ schnell dichte Wolken aufziehen und da standen wir auf einmal oben bei 10m Sicht. Wir trennten uns. Ein Teil lief direkt wieder runter, die Harten gaben sich die gesamte Tour. Über den Kamm wollten wir auf halben Wege eine Berghütte ansteuern. Doch bei der miserabelen Sicht verpassten wir eine Ausfahrt und auf einmal stand die Wetterstation vor uns. wie aus dem nichts. Aber das Beste kommt noch. In dem Moment wo wir also vor dem großen Kasten stehen, gehen die Wolken auf, die Sonne kommt raus und wir können für einen Moment über die Wolken hinweg ins Tal schauen. Woooooow. Mehr kann man nicht sagen. Schon wenige Sekunden später war das Spektakel vorbei und die Sicht wieder auf 10m beschränkt. Der Wind kam immer schön von der Seite, das bei -15°C. Wimpern eingefrohren, das eine Auge gleich mit, aber jeder konnte dabei lächeln. auf dem Rückweg verpassten wir die Ausfahrt nicht. Ach noch ne lustige Sache. Paar 100m vor der Abzweigung kommt uns eine dreier Gruppe entgegen. Eine Person trägt eine POLSKA Jacke wie sie die Nationalmannschaft auch trägt. Und was sagt diese Person zu uns? MOIN. Ich drehe mich um, hat sie gerade wirklich MOIN gesagt? Ja hat sie. Ohhkay?! Was geht ab? Ich musste echt schmunzeln. Der Weg runter zur Hütte war unglaublich vereist und ich konnte mit meiner Schuhgröße eine wunderbare Abfahrt wie auf Carving-skiern hinlegen. Erstaunlicher Weise gab es aber keine PETYs wie ich sie erwartet hätte. In der Hütte wurde noch gefeiert und die Olle von der Berghütte hatte auch noch einen im Kahn. Kurz einen Tee und ein wenig Schokolade zu uns genommen, uns den Respekt der feiernen Menge abgeholt weil wir bei dem wetter wirklich draußen waren und dann ging es auch schon weiter. Schließlich wollte wir ja alle pünktlich zum Mittag wieder in da house sein. Von der Berghütte leifen wir in entspannten 30min zurück zum Hotel. die Beine ließen wir einfach rollen ohne Rücksicht auf Verluste. Nach knapp 3 stunden waren wir dann wieder in der Lobby, ein wenig erschöpft, aber doch glücklich. Denn dieser moment an der Wetterstation war wieder einmal unbezahlbar. Besser wäre es noch gewesen, wenn wir auf einmal an der Schneekoppe gestanden hätten;) Ja so ist das Leute. Am Nachmittag ging es dann noch in den Kraftraum, um die Mukkis aufzupumpen. Stets den Gedanken an die Strandsaison nie aus dem Kopf verlieren, sage ich nur. Jetzt gleich kommt dann noch die Pizza. Ich habe auf polnisch am Telefon bestellt. Immer wieder ein Highlight. Die Frau muss mich für betrunken gehalten haben. Die Pizza von Pizzeria Tomato ist übrigens Weltklasse. Nicht zu vergleichen mit meiner eigenen, die ich für die Familie am Sonntag immer zauber, aber Weltklasse. wie ihr seht, lassen wir es uns im neuen jahr gleich gut gehen. Ich hoffe an dieser Stelle, dass alle gesund und munter den Absprung von 2008 in 2009 geschafft haben. Ich wünsche euch wie immer was. Zugesehen und Reingehauen.
Liebste Grüße euer Maik

PS: Nein ich habe mein Handy nicht gefunden
PPss: Nein wir haben keine Bilder von der Tour. Ja ich weiß. wir sind die größten Banausen auf diesem Planeten. Aber wer sollte die Kamera denn mitnehmen? Ich vielleicht? Sicher nicht.

Tag IX: Letztes Kapitel für 2008

Okay ein kleiner Junge, etwa 4 Jahre, fragte mich gerade auf Polnisch nach der Uhrzeit. Meine Auskunft darüber war sehr schwach, weil ich die Uhrzeiten nur schlecht auf Polnisch kann. Ich sage ihm also, so wie ich dachte, dass es richtig ist: Halb 6. Er zu mir: Nein, weißt du es jetzt? Ich wiederhole meine Antwort und er geht einfach. Er muss mich für den dümmsten Riesen des Hotels halten. Naja, ich werde es lernen. Ein Vorsatz für 2009. Also ich wollte ja so einen Jahresrückblick machen, was war gut, was weniger und so weiter. Habe auch damit angefangen, aber ganz ehrlich, was soll ich euch erzählen. Das alles drunter und drüber lief? Das ich nicht das erreicht habe, was ich wollte? Soll ich euch hier eine Seitelang voll heulen? Ganz sicher nicht! Denn zunächst einmal gehört so ein Drecksjahr einfach mal dazu, also wurde mir zumindest so gesagt von vielen Leuten. Dann lebe ich noch. Keine schlechte Sachen, also finde ich. Dann habe ich einen wundervollen Job bekommen und muss mir für die nächsten zwei Jahre keine Sorgen machen. Vielen lieben Dank. Dann habe ich gerade eine Autogrammkarte geschenkt bekommen von Anna Rostkowska. Dziekuje Anni i wszystkiego dobrego w nowym roku. Also sieht die Welt mehr als rosig aus. Klar war das Jahr nicht das allerschönste Erlebnis, aber man hat ja auch vieles dazu gelernt, über sich und über andere Menschen. Ich habe ein großartiges Album produziert, was viele Menschen draußen gefeiert haben, danke an alle die es gedownloaded und es weiterempfohlen haben Heute Abend also heißt das Motto: Abriss!!! Reißt das alte Jahr ab und macht Platz für 2009. D!SCODANCE ist angesagt Freunde. Für den Abriss wird hier immer kräftig gesorgt. Zum Thema Feuerwerk bin ich ja schon mal ein paar Worte losgeworden, aber ich sage es noch mal. Da macht man den Polen nichts vor, denn da wird so lange geböllert bis einer weint, ein Haus brennt und mindest 3 Menschen auf dem Mond geschossen worden sind. Großes Kino, das sage ich euch. Hoffentlich heute Abend wieder so etwas wie im letzten Jahr. Ich werde übrigens erst Böller und Feuerwerkskörper kaufen, wenn es Napalm im freien Handel gibt. Dann werde ich einen netten Gruß bei diversen TV-Sender lassen und meinen persönlichen Jahresrückblick um die Welt senden. Ihr seht, der Junge hat große Pläne. Was habe ich für 2009 geplant oder als gute Vorsätze in den Raum gestellt? Was sind meine Ziele? Mein Ziel ist es glücklich und gesund zu sein. Klares Ziel in sportlicher Hinsicht ist die Verbesserung meiner Bestzeiten. Hat ja dieses Jahr nur in einem Fall geklappt. Die restlichen sportlichen Ziele werde ich hier nicht verkünden, auch wenn ich weiß, dass sie gelingen werden. Dann will ich nicht mit dem Rauchen anfangen;) Ich habe mir vorgenommen, mal öfter an mich selbst zu denken, wenn sonst schon so wenige an mich denken (ohhhhhhhhhh) Dann habe ich mir vorgenommen, ein neues Album aufzunehmen und damit den Menschen zu zeigen, dass Rapmusik nicht das Dümmste auf der Welt ist. Ich habe mir vorgenommen, noch mehr zu fluchen und dafür noch mehr Sprachen zu erlernen. Ich habe mir vorgenommen, mehr zu lesen. Ich habe mir vorgenommen, weniger EMO zu sein. EEEEEMOOOO. Ich habe mir vorgenommen, mein Auto öfter zu waschen. Ich habe mir vorgenommen, Daves Album aufzunehmen, abzumischen und ein großartiges Werk mit ihm zu schaffen. Ich habe mir vorgenommen, noch weniger TV zu schauen. Ich habe mir vorgenommen, noch mehr CDs zu kaufen. Ich habe mir vorgenommen, mal zu vereisen, wenn die Saison vorbei ist. Ich habe mir vorgenommen den Wassergraben ohne aufsetzten zu überqueren. Ich habe mir vorgenommen, die SportMed beim Ostseeman mit meiner grandiosen Mannschaft zu besiegen, damit unsere Fahne der Sportschule ein Jahr auf ihrem Dach weht. Ich mache das Leute, ehrlich. Ich habe mir vorgenommen, keine Dinge mehr zu verlieren, egal ob Schlüssel oder Handy oder andere Sachen im Leben, die mir lieb sind. Ich habe mir vorgenommen Bushido noch mehr zu verachten. Ich habe mir vorgenommen mehr mit dem Wohnmobil zu fahren. Du bist das geilste Gefährt auf diesem Planeten, du altes, aber wunderschönes Baby. Ich habe mir vorgenommen, meine „Die Welt hört mich“ CD von CAS unterschreiben zu lassen (schon bald könnte das der Fall sein) Ich habe mir vorgenommen, mehr zu schlafen. Und jetzt kommt das Wichtigste: ich habe mir vorgenommen, öfter da zu sein für Menschen die mir viel bedeuten und mich öfter bei meinen Geschwistern zu melden (sorry Leute, dass ich das zu wenig tue). Sooo, ich glaube, dass war so das Wichtigste. Ich denke, dass das ein Haufen Vorsätze ist, aber alles Dinge sind, die auch wirklich machbar sind. Also hoffe ich zu mindest. Ihr wisst also Bescheid Leute. Ich wünsche euch heute Abend eine Menge Spaß, haut auf den Putz und lächelt dem neuen Jahr entgegen, egal was euch in diesem Jahr widerfahren ist. Egal wie scheiße es euch ging oder wie gut, morgen kriegen wir alle eine neue Chance, vieles besser und vielleicht noch besser zu machen. Also lasst uns gemeinsam das Beste aus dem kommenden Jahr, dem Jahr 2009 machen. Vergesst heute zwischen 23:59Uhr und 00:01Uhr all eure Sorgen für einen Moment, wünscht euch alles was euch auf dem Herzen liegt, schleißt eure Liebsten in die Arme und sagt euch innerlich: Ich schaffe das. Trinkt heute Abend, tanzt heute Abend und macht wonach eurer Herz verlangt. Ich wünsche euch allen viel Liebe, Gesundheit und Glück für 2009. Alles Dinge, die man ganz sicher braucht für das nächste Jahr. Ich werde an viele dort draußen denken und danke euch, dass ihr immer so zahlreich hier vorbeischaut und ihr mir schreibt, dass euch meine Sachen gefallen. Danke an alle, die in diesem Jahr für mich da waren. Danke Mama, danke Papa, danke Tina, danke Thomas, danke Magda. Danke Familie fand ich unpersönlich und in einer Aufzählung gibt es immer einen Ersten und einen Letzten. Das ist nichts Persönliches. Danke an dich Vitja, du warst dieses Jahr da für mich, als es mir ziemlich beschissen ging und als viele mich hängen ließen. Du bist der beste Junge. Danke an Dave. Dein Support war mehr als übertrieben man, danke noch mal. Danke an alle, die wissen, dass ich jetzt ihren Namen gerne sagen würde, aber ich mich nicht traue. Nehmt es mir nicht übel, ich bin ein Schisser. Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr so ein Schisser zu sein. „Schenkt dem Mann kein Denkmal, schenkt ihm Mut“ Jetzt kommt so ein Danke an alle, wie man es immer hört, aber es ist wirklich so gemeint. Danke an alle, die mich unterstützen in guten wie in beschissenen Zeiten. Die mir immer sagen, mach weiter Junge, egal was passiert. Danke an alle die schlecht über mich reden, ihr gebt mir manchmal den Ansporn noch mehr zu geben. Danke an den Herrn. Auch wenn ich dich manchmal nicht verstehe, was du so mit den Menschen vorhast, glaube ich doch stets an dich. Leute ich muss aufhören. Ich wünsche euch wie immer was. Zugesehen und Reingehauen. Wir sehen uns in neuer & alter Frische wieder und zwar schon morgen, wenn auch sicherlich verkatert. GIB DEM AFFEN ZUCKER
Liebste Grüße euer Maik

Tag VIII: Rocky IV

„Hin zur Sonne, da wo die Sterne berührbar sind führ dich hin zur Sonne
Du musst, hin zur Sonne, da wo dich Engel tragen im Licht führ dich hin zur Sonne“

Ihr könnt es nicht glauben, aber seit Tagen spielen sich wettertechnisch unglaubliche Verhältnisse hier ab. Daher „Hin zur Sonne“. Die Temperaturen, knapp unter 0 ° C, klare Luft, Sonne (ich habe in Deutschland schon vergessen was das ist) und wir sind mitten drin, statt nur dabei. Und ganz ehrlich? Das muss man einfach nutzen, sich nicht irgendwo auf einer Waldrunde verstecken, sondern den Strahlen an die Bergspitze folgen. Heute erklommen wir die Spitze des Isargebirges, die auf knapp 1070m liegt. Wir übrigens so auf 700m, hab ich das schon mal erwähnt? Sicherlich, na was soll´s? Jeder Atemzug machte die Lunge frei und Schritt für Schritt bewegten wir uns nach oben. Der Schnee hatte eine wunderbare Konsistenz, dass man nicht beim jedem Schritt versackte oder wegrutschte und schneller als erwartet standen wir oben auf dem Gipfel. „Der Weg ist steil und steinig, doch die Aussicht ist herrlich“ Einen kurzen Moment verharrten wir dort oben in Stille, blickten einmal rund um & nein wir haben keine Fotos davon. Bin ich bekloppt? Die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Kamera dort oben verliere liegt derzeit weit über 100%. Also keine Fotos, was mich aber tierisch ärgerte. Von dort aus ging es dann weiter in Richtung Tschechische Grenze durch etwas tieferen Schnee. Zwar hatten die Huskys, die dort ihre Trainingsrunde haben, schon einmal gute Vorarbeit geleistet, aber irgendwann, waren ihre Spuren nicht mehr zu sehen. Ich fühlte mich kurz wie bei Rocky IV. Übrigens mein Lieblingsteil der großen Saga. Für alle, die Rocky IV nicht kennen. Rockys bester Freund APOLLO will noch einmal in den Ring steigen, nachdem er erfahren hat, dass die Sowjetunion in den Amerikanischen Profiboxsport einsteigen will. In einem Showkampf tritt er gegen IVAN DRAGO (gespielt von dem großartigen Dolph Lundgren) an und nimmt die Sache nicht so ernst wie er eigentlich sollte. Was passiert? Er stirbt im Ring, weil der sibirische Bulle ihm ordentlich auf die Fresse gibt. Was macht Rocky? Er willigt einem Kampf gegen Drago ein, diesen wollen die Sowjets aber zum Schutz von Drago in der Sowjetunion austragen. Zusammen mit Apollos Trainer und Paulie (niemand mag Paulie) reist Rocky in die Sowjetunion ein, irgendwo in den tiefsten Schnee. Während Drago unter ständiger ärztlicher Kontrolle an neusten Maschinen trainiert, geht Rocky back to the roots. Er kämpft sich durch den tiefen Schnee, fällt Bäume & rackert in einer Scheune an selbst gebastelten Maschinen. Und das ist einfach das Geile an dem Film. Er zeigt, dass man nicht die neusten Klamotten haben muss, die beste Ausrüstung oder was weiß ich. Sondern einfach das Herz eines Kämpfers haben muss und einfach den Willen alles schaffen zu wollen. Eigentlich hat Rocky keine Chance, denn Drago ist knapp 2m groß und einfach eine boxende Kalaschnikow. Aber am Ende besiegt er Drago und schlägt ihn KO. Zieht dabei das sowjetische Publikum auf seine Seite und das in Zeiten des kalten Krieges. Einfach großartig. Während seines gesamten Trainings steht Rocky unter der Beobachtung von sowjetischen Agenten. Aber eines Tages läuft er ihnen einfach davon, läuft hoch auf den Gipfel eines Berges & schreit oben den Namen seines Gegners (Draaaaaaaagoooooo) in die Luft. Zieht euch diese Filmsequenz unbedingt bei youtube.de rein (Rocky IV Training eingeben und schon läuft der Laden). Ach kauft gleich die ganze DVD-Box, denn Rocky ist immer sehenswert und zwar in jeder Lebenslage. Als wir dann heute so durch den Schnee liefen, hatte ich natürlich die Bilder aus dem Film vor den Augen. Auf dieser Skilanglaufpiste war dann aber Schluss mit Ruhe, denn da war echt die Hölle los. Und das Beste war dann immer noch, wie die uns angeschaut haben als wir den Skilangläufern so entgegenliefen. Jeder guckte uns an, als würden wir nackt laufen. Jaa, man kann laufen gehen ohne dabei Skier an den Füßen zu haben. Ganz ehrlich, Sachen gibt´s. Die Runde dauerte dann am Ende genau 2 Stunden, aber jede Sekunde dieser Tour war es einfach wert. Viel Sonne getankt und die vielen Augenblicke genossen, denn wer weiß wie lange das noch so anhält mit dem Wetter. Hoffen wir mal bis Sonntag. Wie viele Kilometer das jetzt waren? Also ich rechne einfach mal mit 20km. Viel Bergauf am Anfang, natürlich dann auch wieder viel Bergab. Also zwischen 20-22km ist wohl nicht übertrieben, aber spielen die Kilometer eine Rolle? Ich glaube nicht. Viel mehr zählt, dass wir 2 Stunden die Beine bewegt haben, 2 Stunden Sauerstoff getankt haben & in 2 Stunden einfach die bisher geilste Runde des Trainingslagers absolviert haben. Aber die Beine waren danach echt müde und ich war froh mittags schön wieder ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Heute Abend um 17Uhr ging es erst wieder auf die Straße und dann liefen wir wie vor 3 Tagen bereits so 10 x 30sec Abschnitte mit 2min Trabpause. Wir nähern uns Tag 10 und da erlebe ich meist immer eine kleine Krise. Heute waren die Beine schon echt mitgenommen von dem Tag, die Nacht habe ich schlecht geschlafen, weshalb ich mich etwas müde fühle. Hoffen wir mal, dass es morgen wieder etwas besser geht, auch wenn ich den heutigen Tag sicherlich nicht missen möchte. Die Eindrücke werden wir sicherlich lange in Erinnerung bleiben. Morgen geht dann also das Jahr zu Ende. Was für ein chaotisches Jahr Leute? Aber dazu schreibe ich morgen dann noch einiges. Ich wünsche euch wie immer was. Passt auf euch auf. Zugesehen & Reingehauen.
Liebste Grüße euer Maik Balboa

Tag VII: Polnisch für Anfänger

Polnisch    Deutsch    Aussprache

Czesc    Hallo    Schäsch
Ja nazywam sie…    Ich heiße…    Ja nasewam schä…
Jak sie masz?    Wie geht es dir?    Jak schä masch?
Wszystko w porzadku    Alles in Ordnung    Wschisko poschontku
Dziekuje    Danke    Dschenkuie
Prosze    Bitte    Prosche
Smacznego    Guten Appetit     Zmatschnego
Jak bylo na treiningu?    Wie war dein Training?    Jak büwo na trainingu?
Bylismy na drodze pod reglami    Wir sind auf der Droga gelaufen    Belischme na drodze pod reglami
Uwaga samochod    Vorsicht Auto    Uwaga samochod
Poprosze Herbate z cytryna    Bitte einen Tee mit Zitrone    Poprosche herbate z zitrinom
Wszystkiego dobrego w nowym roku    Frohes Neues Jahr    Wschiskiego dobrego w nowem roku
Na zdrowie    Prost    Na strowie
Do zobaczenia    Man sieht sich    Do sobatschenia
Kocham Cie    Ich liebe dich    Kocham Ciem

Da sich die gesamte polnische Laufelite über die Mittel- und Langstrecke hier in Szklarska Poreba eingefunden hat und wir uns natürlich von unserer besten Seite zeigen wollen, gibt es heute einen kleinen Exkurs in die polnische Sprache. Denn wenn man hier auf der Hauptlaufstrecke läuft begrüßt man sich stets freundlich. Sieht so aus: man läuft, linke Hand geht hoch (die rechte Hand käme hier doppelt schlecht) und man sagt „Czesc“ oder wie ich es tue „Hey Hey“. In Deutschland kommt das übrigens gar nicht gut an, wenn man fremde Leute einfach so beim Laufen grüßt. Warum? Also wenn ich im Emspark laufen gehe und dann jemanden grüße, der zuckt dann erst einmal zusammen als wollte ich ihn vergewaltigen. Hier ist übrigens ein Paradies, weil keine Walker (ich höre ein lautes buhhhhhhh vor wenigen Monitoren, danke) Manchmal, nicht oft, aber doch manchmal kommt man mit den Leuten hier ins Gespräch. Marcin Lewandowski und sein Bruder Tomek sind meist die Gesprächigsten, wenn man sie trifft. In diesem Jahr wollen wir also glänzen, sei es auch nur mit ein paar Brocken die man sprechen kann. Tobi hat sich über http://www.bieganie.pl bereits im Vorfeld geschult und ärgert sich jedes Mal, wenn er gewisse Berichte einfach nicht versteht. Das wird sich auch nach meinem kleinen Unterricht nicht ändern, aber für Kleinigkeiten des Alltags wird es reichen. Und es zählt jaaaa immer der gute Wille, nech? Alles klar. Ja, „Vorsicht Auto“ ist eine Floskel, die man unbedingt beherrschen sollte, gerade wenn man morgens durch die Haupteinkaufsstraße läuft um zur „Droga“ (heißt Weg und nicht DROGEN) zugelangen. Dort waren wir nämlich heute Morgen beim Training. Ein Dauerlauf auf einer etwas flacheren Strecke wurde gefordert und da bietet sich die Droga einfach an. Dort trifft man dann auch alle anderen Läufer, also meistens. Auf dieser Waldstrecke ist der Weg gut ausgebaut und alle Kilometer sind auch noch ausgemessen. Vom Hotel aus braucht man knapp 12 Minuten dort hin, zurück dann 8 Minuten, weil die Touristen einen hier immer scheuchen und man schnell aus dem Ort raus will. Auf der Droga dann eine große Runde gedreht und nach 75min dann wieder am Hotel gewesen. Waren mit einem 4:30min/km Schnitt unterwegs. Etwas ungewohnt wieder auf so einer „flachen“ Strecke zu laufen, wenn man die letzten Tage immer in den Bergen unterwegs war. Auf dem Parkplatz am Hotel noch ein paar Rhytmen gelaufen, damit die Beine locker werden und ach jaaa die geliebte Gymnastik. Ich habe hier in einer Woche mehr Gymnastik gemacht als im Oktober und November zusammen. Den Nachmittag wie gewohnt im Bett verbracht und auch erst um 16:45Uhr wieder verlassen, weil es um 17Uhr ja weiter gehen sollte mit Training. Ich genieße das Abhängen hier voll und ganz, muss man wissen. Wie immer ging es abends auf die beleuchtete Straße. 20min in eine Richtung und wieder zurück. Der Kraftraum wurde bereits vorgewärmt und unter heißen Beats aus Tinas Handy (pass gut darauf auf) ging es in den Todeszirkel. Eigentlich war er wie immer, aber ich dachte mir, dass etwa Dramatik und Spannung vielleicht gewünscht werden. Zwei Runden brachten wir beim Zirkeltraining hinter uns, mit zunächst 40sec Belastung und 20sec Pause. Zweite Runde dann 30/30 zur Entspannung. Joa, wie ihr seht, leider nichts Spannendes. Vielleicht ja morgen wieder, wenn es durch den Berg geht und jemand einen PETY hinlegt. Den haben wir lange nicht mehr gehabt. Ach doch noch eine Sache. Die Kellnerin war heute unfassbar strange drauf. Jemand von einer anderen Gruppe hatte beim Frühstück was mit raus genommen, puhhh die Frau hat ihn fast verkloppt müsst ihr wissen. Heute war sie echt etwas geladen und ich habe dann noch einen Löffel für die Joghurts mitgehen lassen. Herr Taschendieb persönlich. Nicht erwischt worden, mein Glück, sonst hätte sie mir meine Hände angehackt und ich hätte alles mit der Nase schreiben müssen oder den Füßen. Soo, das wars aber jetzt. Ich wünsch euch wie immer was. Zugesehen und Reingehauen.
Do zobaczenia Maik

Tag VI: Ja bin ich

Zum Glück sind die meisten Dinge an meinem Körper festgewachsen, denn sonst würde ich wahrscheinlich jede Wochen einen Fuß, meinen Hintern oder meinen Kopf irgendwo liegen lassen. Was ich damit sagen will: ich habe heute mein Handy verloren. Piss die Wand an, ganz ehrlich, das ist ein Drama. Wie konnte das passieren? Hast du nicht schon in diesem Monat deinen Schlüssel verloren? Bist du ein Idiot? Fragen über Fragen. Kommen wir zur ersten Frage: Wie konnte das passieren? Also heute stand eine lange Bergtour auf dem Plan. Hieß für uns, rauf auf den Berg über den Kamm zur Wetterstation und über ein anderes Berghaus zurück. Wetter aus dem Bilderbuch. Unglaublich, habe selten so ein Wetter zu einer Tour erlebt. Der Schnee nicht zu weich, sodass man gut hoch laufen konnte und nach knapp einer Stunde waren wir am ersten Etappenziel (wir, damit meine ich Tobi, Viktor und mich) Dort eine kurze Pause eingelegt, Tee getrunken und ´ne Schoki verdrückt. An dieser Stelle kam bei mir die Frage auf, warum man danach nicht kotzen muss. Also sagen wir mal, wir würden zu hause eine Stunde laufen im ruhigen Tempo, dann eine halbe Tafel Schokolade verputzen, dazu einen Zitronentee trinken und dann weiter laufen, dann würde ich zu 90% sagen, dass ich kotzen müsste. Aber warum bei so einer Tour nicht? Tobis Antwort: Das macht die Höhe;) Jaaa ist klar. Wir dann also weiter, Handy zu diesem Zeitpunkt noch in der Tasche. Warum überhaupt dabei? Es könnte ja was passieren, egal. Laufen also auf dem Kamm weiter und Tobi & ich batteln uns mit einem Skilangläufer. Sehr geile Sache. Am Berg hat er immer schön einen Abzug bekommen und bei der nächsten Abfahrt kam er mit dem breitesten Grinsen wieder an uns vorbei. Das verging dann aber wieder am nächsten Berg, wenn wir grinsend an ihm vorbei liefen. Der gute Johan arbeitet am Comeback. Ja da war die Welt noch in Ordnung. An der Wetterstation angekommen, bemerke ich, dass etwas fehlt. Ahhhh verdammte Sch**ße. Okay umdrehen und zurück. Nein. Um es vorweg zunehmen, es lag nirgends mehr. Mussten übrigens die geplante Tour umlegen und sind einfach den Weg zurück gelaufen, den wir hergekommen sind. Im Berghaus noch mal nachgefragt und dann meine Nummer hinterlegt, wenn sie was finden sollten. Natürlich die Nummer vom Handy. Ihr merkt mein Humor hat unter dem Dreck nicht gelitten. Nein, vom Hotel. Ach dazu noch was. Ich sage der netten Dame, dass ich die Telefonnummer vom Hotel nicht weiß (ich kenn nicht mal die Nummer von meinem Büro auswendig), aber ich wusste ja den Hotelnamen. Sie schreibt sich den auf. Dann fragt sie nach meinem Namen. Ich sage Wollherr. Sie wiederholt: Wodcyk? Nein Wollherr und sie dann auf Polnisch: Ach du kommst gar nicht aus Polen. Tja da kann man mal sehen. Akzentfrei, freunde der Sonne. Ich falle hier nicht einmal auf, da lohnt es sich doch die Abende ab und zu auf der Ostblockstube zu verbringen;) Gruß an die Jungs. Sooo, also wir dann weiter den Berg runter, den wir uns hoch geschleppt haben. Ein unfassbarer Touristenstrom kam uns entgegen. Die Hälfte der Weiber alle auf Stöckelschuhen. Schieß mich weg, wie im Film. Mädels, Mädels. Auch sehr gut war, als wir an einer Traube vorbeiliefen und dann jemand schrie: „Bohr ey, guck mal Activ Sportshop Osnabrück. Ey guckt mal Deutsche“ Danke, dass ich mich für euch fremdschämen musste Absolute Krönung. Nach knapp 3 Stunden dann wieder im Hotel, gleich ins Netz und SIM-Karte sperren. O2 hat den behindertsten Service dieser Welt will ich da mal kurz loswerden. Morgen dann schön´ne Anzeige wegen Rufmord. Aber am Ende hat ja alles geklappt. Nachmittags war frei angesetzt, also nur in die Sauna. Zwei lockere Gänge hingelegt und das wars. Wäre da nicht die Handygeschichte, dann hätte ich einen sehr, sehr geilen Tag hinter mir. Thats life, life is a bitch. Ach wie konnte das Handy also raus fallen. Okay sau dumm, ich habe jetzt erst gemerkt, dass da ein Loch in der Hosentasche der Laufhose ist, damit beantworte ich dann auch gleich Frage 3: Ja bin ich. Hey die Schlüsselstory wird sich noch aufklären, da bin ich mir sicher. Da draußen ist jemand, der ihn hat, oder? Morgen steht wieder an 20km Lauf auf dem Programm. Nachmittags dann wieder in die Muckibude;) Ich wünsche euch wie immer was. Passt auf eure Handys auf. Zugesehen und Reingehauen.
Liebste Grüße euer Maik

PS. Danke, dass so viele gestern den Blog gelesen haben. Bernd Buchwald ist daran nicht ganz unschuldig. Danke.

Tag V: Trainiere nicht…

Trainiere nicht um zu trainieren,
sondern trainiere um zu laufen

Wooord. Welch weise Worte heute, wird sich der ein oder andere denken. Und genau diesem Motto habe ich mich einst vor langer Zeit hingegeben ohne davon zu wissen. Denn was zählt beim Laufen ist schließlich das Laufen. Soll nicht nach einer Ausrede klingen, warum wir vielleicht wenig Krafttraining machen. Darauf möchte ich gar nicht hinaus. Mein Anliegen ist folgendes, dass ich deutlich machen will, dass man raus gehen sollte zum Training nicht weil man es muss, sondern weil man es will und es darf. Und wenn du raus gehst und dein Herz dir sagt: Hey heute laufen wir mal schneller, weil der Tag danach verlangt, weil du dich glücklich fühlst, dann sollte man das auch einfach mal tun. Natürlich sollte man seinen Verstand dabei nicht jeden Tag außen vor lassen, denn dann zerschießt man sich nach spätestens 2 Wochen. Aber das wird man nicht, weil man immer wieder auf Tage trifft, wo einem das Herz sagt: Junges Mann, letzte Nacht haben wir nur 2 Stunden geschlafen, ich sogar gar nicht. Da stehen zwar Tempoläufe auf dem Plan, aber morgen explodiere ich nicht, wenn wir sie laufen. Heute schon. Und dann sollte man auch auf sein Herz hören. Wie das geht? Das ist eine Sache, die man nicht auf dem Pulsmesser ablesen kann. Eine Sache, die dir dein Laufsensor am Schuh nicht errechnen kann. Und das ist eine Sache, die dir dein GPS nicht anzeigt. Ich will nicht sagen, dass dieser technische Schnikschnak völliger Dünnschiss ist, denn gerade die Pulsmesser sind wirklich eine gute Erfindung. Doch „früher“ gab es die Sachen auch nicht. Okay jetzt kommt der nächst beste Idiot um die Ecke und sagt: früher waren auch alle gedopt. Jaaa, alle waren sie gedopt, aaaaaalleeeeee. Sicherlich nicht. Und die Boys aus Kenia sind auch heute nicht alle gedopt. Und womit laufen sie? Mit Herz. Als ich vor zwei Jahren in Bad Reichenhall war, wegen meiner Grundausbildung beim Bund, da habe ich jeden Tag trainiert wonach mir war. Mir war danach nach einem 12-13 Stundendienst einfach die Kaserne zu verlassen und sie, am besten erst kurz vor dem letzten Stubendurchgang und der Vollzähligkeit um 22Uhr, wieder zu betreten. Und zwar glücklich zu betreten. Ich ging also jeden Tag raus, einfach um die Welt für 90min zu vergessen in die man mich gesteckt hatte. Einfach um 90min an einem 24Stunden Tag zu mir selbst zu finden. Einfach um 90min mal meine Ruhe zu haben. Einfach um 90min in meine alte Welt abzutauchen. Ohne dabei auf das Tempo zu achten. Ohne dabei auf den Puls zu achten. Ohne dabei manchmal auf den Weg zu achten. Wenn mir danach war, dann lief ich einfach 40 Minuten oder von „Die Bomben schlafen“ bis zu „Meene Stadt“ schneller. Und wenn der Tag mies war und das waren dort so einige Tage am Anfang, dann schleppte ich mich durch die Gegend, aber war glücklich, dass ich laufen durfte und meine Zeit für mich hatte. Ich trainierte damals einfach um zu laufen. Weil die Laufschuhe mich jeden Abend angelächelt haben, als ich die Stiefel auszog. Nach drei Monaten kam ich wieder zurück. Ohne quasi ein spezielles Training gemacht zu haben. Stelle mich in der Halle hin und laufe Bestzeit (bis heute). Stelle mich in Neukirchen hin beim Cross und werde bester Läufer aus der Bundeswehrmannschaft. Bei allen Rennen habe ich auf mein Herz gehört, dass mir gesagt hat. Jetzt noch nicht, warte noch, die Zeit im Rennen kommt noch um schneller zu laufen. Und ja sie kam jedes Mal. Dann fing ich an, Plänen nach zu eifern, mein Training um jeden Preis durchzuziehen. New day – same fucking struggel. 5Uhr aufstehen, anziehen, rausgehen. Wenn ein TDL auf dem Plan stand, dann wurde der gelaufen. Ganz egal wie es mir ging. Denkste im Sommer konnte ich dann an die Zeit aus der Halle anschließen? Kein Stück. Auf keiner Strecke lief es. Klar bin ich irgendwie Deutscher Meister bei den Junioren geworden, das hört sich jetzt so an, als ob es selbstverständlich gewesen wäre. Das war es nicht, ganz sicher nicht & klar hat es mich stolz und glücklich gemacht. Was es heute nicht tut. Ganz ehrlich, da scheiße ich momentan drauf. Weil es sowieso niemanden interessiert. Weil es mich im Leben und im Training nicht glücklicher gemacht hat. Im Winter darauf wollte ich trainieren wie ein Besessener, auch um zu zeigen, dass es mit dem Titelgewinn kein Zufall war. Ich glaube ich habe im letzten Winter nicht einmal das Haus abends verlassen, um Spaß zu haben, um raus zu gehen, Menschen zu treffen. Warum? Aus Angst mein Training würde darunter leiden. Weil der Plan für 3 Wochen immer stand. Weil ich immer wusste, was morgen auf dem Programm steht. Weil ich wusste, dass ich mein Training immer durchziehen muss. Warum? Weil ich vergessen habe, warum ich eigentlich trainiere. Ja richtig eigentlich um zu laufen. Aber ich habe nur noch trainiert um zu trainieren. Hat es mir was gebracht? Hat es mich glücklicher gemacht? Nein. Die Saison war die Beschissenste meines Leben, weil ich immer im Hinterkopf hatte: Junge soviel Training, soviel Verzicht, da MUSS es dieses Jahr was werden. Es MUSS überhaupt nichts, das habe ich gelernt. Glücklicher? Ganz sicher nicht. Lieder wie „Gedankenchaos“ entstehen nicht aus dem Nichts heraus. Was passierte dann? Ich fing wieder einfach wieder an zu laufen ohne mir Gedanken zu machen. Trainierte wonach mir war. Wenn ich morgens 20km laufen wollte, dann tat ich das einfach. Wenn ich abends dann noch mal 15km laufen wollte, dann tat ich das einfach. Wenn ich abends frei machen wollte, damit ich an meinem Album basteln kann, dann tat ich das einfach. Und was kam dann zurück? Das Gefühl für mich selbst. Mein Herzschlag kam zurück, den ich irgendwo im nirgendwo gelassen hatte. Mein Lächeln beim Laufen und beim Training kam wieder zurück. Uuuuuund was war mit den Pulswerten? Die gingen mir am Arsch vorbei. Uuuuuund was war mit der Geschwindigkeit? Die folgte den Pulswerten. Klar habe ich am Ende der Saison nicht das Resultat auf dem Papier und nicht die Platzierung in der Bestenliste wie ich es mir am Anfang dieses Jahres erhofft habe. Aber I habe ich mich nicht aufgegeben, weil mein Herz an der Sache hing / hängt. Und wenn man mit dem Herz an etwas hängt, dann gibt man das nicht auf, aus welchen Gründen auch immer. Dann gibt man sich der Sache immer hin, wenn dein Herz dafür schlägt. Und II habe ich mich wieder gefunden und vielleicht wichtiger, ich habe mein Lächeln beim Laufen wieder gefunden. Nachdem ich im November mein Album fertig gestellt habe, fing ich wieder langsam an mit dem Training. Meine Pulsuhr war kaputt (ohhhhh), daher trainierte ich einfach ohne Uhr. Ohne auf jeden Kilometer zu schauen, ohne alle 3 Sekunden auf den Puls zu achten. Ich startete mein Training immer zur vollen Uhrzeit und konnte dann ungefähr ablesen, wie lange ich am Ende unterwegs war. Wenn ich beim TDL den letzten Kilometer stoppen wollte, machte ich „HIN ZUR SONNE“ von Casper an, das dauert nämlich 4:05min. Wenn ich im Ziel war, drückte ich auf Pause, merkte mir die Stelle und schaute später nach welche genaue Zeit an dieser Stelle vergangen war. Klar ist das eine primitive Technik, aber es funktioniert. Jetzt bin ich wieder in Form. Meine Uhr ist wieder heile. Aber ich weiß genau, dass ich diesen Winter wieder auf mein Herz hören werde. Egal warum, wann und aus welchem Anlass. Ohne dabei auf meinen Pulsmesser zu schauen, denn der hilft mir da sicherlich nicht weiter.
Puuuh, also das wollte ich unbedingt mal gesagt haben, auch als kleiner Denkanstoß für alle. Ohne das Wort Herz hätte ich das alles nicht erklären können, danke an den Menschen, der dieses Wort ins Leben gerufen hat. Allen, denen das mit dem Herz zu schwul war, schenke ich den dritten Finger meiner Hand. Egal aus welcher Richtung gezählt. Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit

Ach ja Training heute. Morgens einen TDL auf einer kuriosen Runde. Am Anfang dachte ich mir, ey was ist das für ein Bullshit bitte schön (schön, dass das Wort BULLSHIT in WORD vorhanden ist und nicht unterstrichen wird ;)) Ehrlich gesagt, habe ich mich in die Runde verliebt (zu der Runde werde ich wann anders was schreiben). Dort wurden 8 Runden gelaufen, im Prinzip jeder für sich, weil man sowieso nicht in der Gruppe dort laufen kann, weil einfach zu eng. Tempo war sicherlich nicht ganz langsam, aber das Gelände steuerte seinen Teil zum Tempo bei. Also gefühlt waren das so 3:45-3:40min/km. Die Rundenzeiten waren immer um 4 Minuten, aber ehrlich wie soll ich das bei Schnee und Eis einschätzen? Kein Plan. Mein Puls (aha ich laufe also doch mit Pulsmesser) lag zwischen 150 – 170 BpM. Ein langer Berg von 200m Länge ließ diesen etwas hochschnellen, aber sonst gab es wieder Passagen wo man einfach nur rollen lassen konnte. Keep on rollin Baby. Heute Nachmittag dann noch ein kurzes Training dazu genommen. Im Prinzip wie gestern, also knapp 20min einlaufen und dann statt 20sec immer 35-40sec Abschnitte mit 2min Pause. 10 Läufe davon auf der glatten Straße. Soooo sieht das aus. Ich wünsche euch wie immer was. Zugesehen und reingehauen.
Liebste Grüße euer Maik

Tag IV: Meine Brüste tun weh

Gut, dass die Feiertage bald vorbei sind. Das Stichwort lautet: KUCHEN. Egal zu welcher Uhrzeit, es gibt immer Kuchen. Mohnkuchen, Honigkuchen, Marmorkuchen, Apfelkuchen, Käsekuchen,… die Reihe darf beliebig weiter geführt werden. Nicht das ich eine Abneigung gegen Kuchen hätte, genau darin liegt ja das „Problem“, wenn man da überhaupt von Problem reden darf. Okay, es geht uns zu gut. Andere würden sich über ein kleines Stück Kuchen freuen. An dieser Stelle will ich auch gleich an den Webblog von Casper appellieren. Schaut dort unbedingt vorbei, es ist eigentlich immer ein Blick wert. Halt Geschichten aus dem Alltag. Zwar hat es nichts mit Sport zu tun, aber mit dem Leben, was jaaa auch mal ganz nützlich sein kann, wa. Uns geht es sehr gut, also zumindest habe ich so den Eindruck in der Gruppe, wenn ich beim Training in die Runde schaue. Meine Brüste tun weh! Wow, ich gehe heute hart ran;) Wir waren gestern Abend ja im Kraftraum & das nicht zu knapp. Nicht das wir es übertreiben würden, aber wir untertreiben es generell zu hause immer, was das Krafttraining dieser Form angeht. Daher haben kleinste Übungen krasseste Auswirkungen auf unser muskuläres Befinden. Beine in Ordnung – Oberkörper geeeht so. Heute früh waren wir wieder etwas länger unterwegs, aber ich kann alle beruhigen: morgen laufen wir einen Tempodauerlauf, also keine ruhigen Kilometer. Zurück zu heute. Wir haben uns auf den Weg gemacht zu einer Strecke, die wir aus dem letzten Winter kannten und dachten uns, hey die war eigentlich ganz gut zu laufen. War heute nicht der Fall. Der Neuschnee war sehr schmierig und man ist mehr auf der Stelle gelaufen als vorwärts. Nach einer Stunde machten wir auf der Stelle kehrt und schlugen den Heimweg ein. Berg runter einfach rollen lassen, yeah. Als man wieder festen Boden unter den Füßen hatte, wusste man nicht ganz, was man mit den Füßen machen sollte. Bernie und ich sind zurzeit deutlich im Vorteil, weil wir mit unserer Schuhgröße 63 2/3 wie auf Skiern unterwegs sind. Die letzten 2km bis zum Hotel liefen wir wieder 15sec Rhytmen mit 1min Pause, um die Beine etwas locker zu machen. Es gab heute keinen PETY, weil das ja zu „gefährlich“ ist. Nachmittags zunächst wieder eine Tiefschlafphase eingeläutet. Unfassbar krass wie tief man schlafen kann. Ich wiederhole mich vielleicht (tu ich das?), aber Nachmittagsschlaf ohne Wecker zu stellen ist LUXUS. Einfach mal noch eine halbe Stunde nach einem 2 Stunden Nachmittagsschlaf „snoozen“ ist LUXUS. Das Duschgel von Marius in der Sauna liegen lassen, ist sehr dumm. Ja sorry, es tut mir echt leid man, ich werde was neues besorgen. Am Nachmittag sollten wir etwas kürzer treten, köstlicher Witz, wenn man überlegt, dass die Straßen hier sehr vereist sind. Naja, wir liefen uns gemeinsam 20Minuten ein und liefen dann 10-mal 20sec mit 90sec Trabpause. Quasi eine kleine Entspannung nach dem Lauf heute morgen. Ansonsten war der Tag wie immer, keine besonderen Vorkommnisse. Daher gebe ich euch noch meine Playlist aus meinem Mp3 Player auf den Weg:

Stan – Eminem & Elton John live
Hubschrauber – Spillsbury
Gib dem Affen Zucker – Prinz Pi
Pimpshit – Pimpulsiv
The Scientist – Coldplay
Something to die for – Slut
Kippenpause – Casper
Quatschinsky 08 – Oleg the Rocket
Welt steht still – Casper
1 Leben lang – Prinz Pi
Kleiderschrankmusik – Oleg the Rocket feat. Karl von Cygnus
Kim – Eminem
Casper Bumaye – Casper
Back in the Days – Kinder des Zorns
Kann nicht verlieren – Casper
23 – Pimpulsiv
Changes – Tupac
20 000 Meilen Untergrund – Prinz Porno
Mein Weg – Bobafettt
When I´m gone – Eminem
Gangsters Paradies – Coolio
Verblödete Welt – Oleg the Rocket feat. Herz

Hey, war das nicht…???

Vorweg wünsche ich noch mal allen Leserinnen und Lesern meines Blogs frohe Weihnachten. Ich hoffe, dass ihr alle so reichlich beschenkt worden seid wie ich am gestrigen Abend. Wenn nicht, dann seid ich damit reichlich beschenkt worden, dass ihr lesen könnt, denn dann könnt ihr weiterhin mit aufmerksamen Augen die Berichte hier aufsaugen. Yeah;) Wir hatten gestern einen schönen Heiligabend hier, traditionell & gemütlich. Morgens erst zu einer langen Bergtour im Gebirge unterwegs gewesen. Von 700m über den Meeresspiegel rauf auf 1200m und dann über eine weitere Hütte auf 1100m runter ins Tal. Tobi, Viktor & ich waren ohne Pause unterwegs, aber mit dem ein oder anderen PETY zwischen durch. Was ist ein PETY? Hier kommt die Definition: einen Pety machen bedeutet soviel wie sich aus dem vollem Lauf auf die Fresse zu packen. Der Oberkörper muss dafür den Boden vollkommen berühren. Bei hoher Geschwindigkeit ist diese Art des Stürzens sehr ansehnlich. Aufstehen, weiterlaufen, wieder auf die Fresse packen, nennt man auch Doubel-Pety oder auch Pety². Nicht zu empfehlen auf Untergründen wie Asphalt, Kopfsteinpflaster oder Betonböden. Auch auf Tartanbahnen und Kunstrasenplätzen könnte ein PETY sehr schmerzlich ausgehen. Kleinere und größere Verletzungen sind nicht ausgeschlossen und dürfen von der gesamten Gruppe belacht werden. Soooo. Dann wisst ihr also wie es hier abgeht. Den ersten PETY des Trainingslagers legte Bernie auf die Matte. Unter tosenden Beifall gab er einen seiner markelosesten PETYs zum Besten. Wir aus der ersten dreier Gruppe (nicht was ihr denkt) standen nach 1:55h wieder in der Hotellobby. Die Streckenlänge beträgt für die Route knapp 18km. Der Nachmittag war Trainingsfrei, aber ab 15Uhr stand die Sauna vorgeheizt für uns bereit. Einige Menschen geben beim kalten Duschen merkwürdigste Geräusche von sich, möchte ich hier kurz anmerken. Uuuuund, Tomatensaft nach der Sauna soll der Hit schlecht weg sein, so steht es zumindest hier auf einer Tafel geschrieben. Hallo? Geht’s noch? Tomatensaft nach der Sauna? Schieß mich weg, sicherlich nicht. Um 17Uhr sollte dann unser Heiligabend hier beginnen. Alles pikobello. Tisch elegant gedeckt und hergerichtet und sogar ein Weihnachtsmann stolzierte herein. Ich wollte mir am Nachmittag noch eine Tasse kaufen, weil ich meine zuhause vergessen habe und was bekommt mein Zimmerkollege Marius vom bärtigen Mann in rot geschenkt? Eine Tasse! Noch steht sie auf seiner Seite des Zimmers, aber nicht mehr lange. Noch zum Weihnachtsmann. Er drückte jedem ein kleines Geschenk in die Hand und ich habe selten so viele Menschen auf einem Haufen so glücklich gesehen, wegen solch einer Kleinigkeit. Fand ich einfach nur schön, wenn ich das so schreiben darf ohne gleich wieder als Schwuchtel abgestempelt zu werden. Glänzende Augen rundum. An dieser Stelle noch mal danke an dich, Weihnachtsmann. Dann wurde das Essen angefahren, Jesus persönlich spielte seine Lieblingssongs auf einem E-Piano und am Ende gab es noch Kuchen. Bei Viktor und Tobi auf dem Zimmer ging die Party dann weiter. Ich sage nur: Bescheeeeerung. Damit es etwas spannender wurde, haben wir gesagt, dass man erst eine 6 würfeln muss, damit man ein Geschenk kriegt. Ach ja nur zur Info, vor der Fahrt wurde gelost, wer wem etwas schenken muss, soll, darf wie auch immer. Der Würfel blieb komischer Weise immer bei 4 liegen. Aber irgendwann haben es doch alle geschafft mal eine 6 zu würfeln und wieder waren alle glücklich. Handschuhe, Handtücher, Duschgels und andere Kleinigkeiten wurden überreicht und das Glänzen in den Augen damit aufrechterhalten. Ein Film (nein nicht TITANIC, okay ich hab mir das Ende später alleine rein gezogen, aber pssst) wurde geguckt & die UNO-Karten machen dann auch noch mal die Runde. Ich sage DANKE an alle Beteiligten des Abends für diesen schönen Abend. Ich hoffe euer Abend war auch so schön. Am nächsten morgen hieß es dann aber wieder um 7:40Uhr aufstehen, obwohl ich den Wecker einfach mal nicht gehört habe. Um 7:55Uhr hör ich nur: Maik du musst aufstehen. Halb verpennt also, aber mit Recht. Trainingsmäßig stand wieder ein langer und ruhiger Dauerlauf auf dem Plan. Viele denken sich, hey die machen ja nur lange und ruhige Dauerläufe. Ja für Tempoläufe wären wir wohl kaum an einen Ort gefahren wo Schnee liegt und es immer ein paar Grad unter Null ist. Ha, mitgedacht. Zu viert (diesmal war Marius mit im Gepäck) schlugen wir eine neue Route ein, die so von uns noch keiner gelaufen ist. Ich auch nicht, das will was heißen. Die ganze Nacht hatte es geschneit und der Schnee bremste einen doch sehr aus. Aber auf die Schnelligkeit sollte es ja auch nicht ankommen. Wir fühlten uns alle sehr gut, Tobi und ich unterhielten uns beide mit Kopfhörer im Ohr. Das sieht etwa so aus. Ich sage was, habe dabei meine Kopfhörer drin. Tobi versteht nichts, nimmt seine raus. Ich wiederhole meine Frage. Er antwortet, ich habe aber meine Kopfhörer drin. Nehme sie raus, er wiederholt seine Antwort. Unfassbar clever von uns beiden, ich weiß. Das ist aber nur das eine Spiel was wir spielen. Das andere Spiel heißt. „Hey war das nicht …???“ Es geht so. Wir laufen durch die Gegend und sehen einen Menschen. Dieser erinnert einen an eine Person. Dann stellt man die Frage: „Hey war das nicht Phil Collins“ Wir lachen kurz, bis wir den nächsten Vogel treffen. Auf diesem Wege haben wir bereits viele Promis und andere Bekannte hier getroffen. Glaubt mir, sie sind es wirklich. Ooookay. Auf dem Rückweg unserer Tour haben wir also nicht nur Phil Collins getroffen, sondern auch eine merkwürdige Läuferin. Sie stand auf einmal einfach da. Hatte einen Rucksack auf, in den Marius reingepasst hätte. Kein Witz. Ich habe in meinem Leben schon viele große Rucksäcke gesehen, aber der übertraf einfach alles. Ganz nach dem Motto: Einer muss immer übertreiben. Sie lief dann auch einfach mit uns ein kurzes Stück mit. Ich habe natürlich wieder zu viel verraten und es sollte mich nicht wundern, wenn diese Person eines Tages unter in der Lobby steht. Crazy things, sage ich nur. Nach dem Mittag war dann wieder SCHLAFEN angesagt. Junges Mann, ich habe selten so tief geschlafen wie heute. Völlig aus dem Leben geschossen, mit Kopfkissen im Gesicht und verballert dann um 15:30Uhr wach geworden. Mit letzter Kraft aufgerichtet, damit ich nicht wieder einschlafe. Um 17Uhr dann wieder das zweite Training. Einlaufen + Kraftraum. Alles bestens, will ich einfach mal sagen. So sieht das aus Leute. Morgen geht es dann also weiter. Ich wünsche euch wieder mal was. Nicht zu viel futtern über die Feiertage und bis morgen. Zugesehen und Reingehauen.
Liebste Grüße euer Maik