Minimum (Tag 2)

Vor meinem Mund steigt weißer Rauch auf als liefe ein neuer Papst den Kanal an diesem eiskalten Dienstag im Januar herunter. Im Schein eines Radfahrers glitzert der Frost auf dem schwarzen Asphalt, während die Oberfläche des Kanals daneben noch dunkler erscheint. Meine Schritte verschwinden noch weit vor Anbruch des Tages im Nichts. Und noch immer lebe ich für die Tage, an denen mich keiner sieht. Unter dem Radar. Kurz auftauchen, abliefern, verschwinden. Ohne große Worte. Noch weit bevor andere Wecker klingeln, ist meiner längst verhallt und ich bereits wieder auf dem Weg dorthin, wo ich am meisten gebraucht werde. Diese knappe halbe Stunde in der Dunkelheit ist keine Flucht sondern Zuflucht. Meine Zuflucht. Mein Fixpunkt. Seit mehr als 20 Jahren. So sehr mich dieser Sport schon völlig haltlos zu Boden warf, umso mehr erdet er mich in diesen Tag. Reduziert mich auf ein Minimum. Mein Minimum.


Morgens: 8km / 4:00min/km
Abends: 16km inklusive 8*1min mit 2min Laufpause

Veröffentlicht von maik wollherr

Zwischen Training und Therapie - Lauf mit mir eine Runde um den Blog

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